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Forum - Thema: Universumfilm / Splendid / UIG Entertainment

Thema: Universumfilm / Splendid / UIG Entertainment
Autor Beitrag


Beitrag #1 - erstellt: 03. September 2007
Baghban (2003)



Und am Abend wartet das Glück
Mit Amitabh Bachchan, Hema Malini, Salman Khan und Mahima Chaudhary
erhältlich in Hindi mit deutschen Untertiteln für Hörgeschädigte sowie mit deutscher Synchronisation.
Vertrieb: Universumfilm

Story
Seit 40 Jahren sind Raj (Amitabh Bachchan) und Pooja Malhotra (Hema Malini) verheiratet und lieben sich noch immer über alles. Raj lebt nur für seine Kinder, seinen vier leiblichen Söhnen hat er sogar seine Rente verschenkt. Seinen Adoptivsohn Alok (Salman Khan) hat er ins Ausland geschickt, von wo er sich nun meldet. Er will Arpita (Mahima Chaudhary) heiraten. Die Eltern sind überglücklich. Als Raj pensioniert wird, hat er keine Einnahmen mehr, und bittet, einer seiner vier leiblichen Söhne solle ihn und Pooja aufnehmen. Doch keiner der vier will die Eltern daheim. Sie trennen Raj und Pooja und lassen sie getrennt für einige Zeit bei der Familie eines Sohnes bleiben. Der Zoff ist bereits vorprogrammiert - und Raj und Pooja drohen zu zerbrechen, weil sie sich nicht nahe sind.
Review
"Baghban" ist manipulativ bis ins Mark. Schaut euch etwa die vier Söhne an. Sie haben Jobs, aber verdienen nicht überragend viel. Sie haben Familie, kleine Wohnungen. Kann man da die Eltern von einem Tag auf den anderen einziehen lassen? Selbst Inder, für die die Eltern Götter sind, bräuchten dafür mindestens etwas Zeit. Und Geld. Und Geduld. Dann kommt der Adoptivsohn daher mit einem riesigen Haus, keinen Kindern und viel Geld. Kann er Papa und Mama aufnehmen? Ja logo. Da braucht man nicht zweimal zu überlegen. Aber macht das die vier anderen Kinder damit gleich böse? Ich finde nein - und anscheinend merkte das Chopra auch und untermauert seine Wertvorstellung, indem er die vier zu Arschlöchern und Idioten macht. Sie nutzen jede Chance, die Eltern schlecht zu machen und sind auch noch so dumm, andauernd über sie zu reden, wenn sie es hören können. So ein Quatsch. Damit macht Chopra die vier Familien zu Monstern und suggeriert, jeder, der seine Eltern nicht bei sich aufnehmen will (oder kann), sei ein Bösewicht.
Und "Baghban" ist daneben eben auch noch verlogen. Denn nur einen Song vorher tanzten um Amitbah die heissesten jungen Girls mit knappen Kleidern. Ja also was denn nun? Sexy Kleider sind böse böse böse - ausser der Regisseur macht daraus ein heisses Video? Diese Doppelmoral stösst mir sauer auf. Ich stellte mir persönlich etwas anderes ins Zentrum: die Liebe von Raj und Pooja. Die ist herzerwärmend schön und wenn Raj am Schluss zu ihr vor Publikum sagt "thank you for being there" ist das eines der schönsten Liebesbekenntnisse im indischen Kino der letzten Jahre. Amitabh Bachchan und die trotz 55 Jahren noch immer attraktive Hema Malini (Stiefmutter von Bobby, Sunny, Mutter von Esha Deol) in einem ihrer seltenen Filmauftritte, sind ein wunderbares Paar. Ihre Zuneigung und tiefe Liebe wirkt in der ansonsten von Teenies beherrschten Bollywood-Welt echt und tief. Bachchan und Malini spielen fulminant, Salman Khan und Mahima Chaudhary haben etwas klischeereiche Rollen, meistern sie aber gut. Paresh Rawal als Rajs Freund Hemant, strahlt Wärme und Menschlichkeit genauso aus wie Humor. Divya Dutta macht das Beste aus der undankbaren Schwiegertochter-Rolle, der Rest des Casts hat limitierte Möglichkeiten, zu glänzen. Und die 22-jährige Rimi Sen, die unlängst in Hungama debütierte, ist als Enkelin etwas zu alt. Die Songs sind alle im mittleren Bereich. Amitabh kann halbwegs selbst singen, aber tanzen kann er immer noch nicht. Dennoch sind "Meri Makana", das Salman-Mahima-Duett "Kuch To Hone Iaga", der Holi-Song "Hori Khele", die Amitabh-Hema-Ballade "Main Yaha Tu Waha" und der poppige Valentine-Song "Chali Chali" mit Rap-Einlagen ganz nett. Bloss keine bleibenden Stücke.
"Baghban" avancierte in Indien zum Superhit und wegen dem rührenden Liebes-Inhalt, den guten Akteuren und der soliden Inszenierung hat er das auch verdient.
(gekürzte Review, alles hier nachlesen)

© Text Marco, molodezhnaja
www.molodezhnaja.ch

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Produktempfehlungen


Beitrag #2 - erstellt: 03. September 2007
Devdas (2002)


Flamme unserer Liebe
Mit Shahrukh Khan, Aishwarya Rai, Madhuri Dixit und Jackie Shroff
erhältlich in Hindi (Songs untertitelt) sowie mit deutscher Synchronisation.
Vertrieb: Universumfilm

Story
10 Jahre lang studierte Devdas Mukherjee (Shahrukh Khan) in London. Nun kehrt er als ausgebildeter Jurist zurück in sein reiches indisches Heimathaus. Seine Familie begrüsst ihn überschwänglich - doch Devdas hat nur Augen für Nachbarstochter Paro (Aishwarya Rai). Die Schöne war seine Kindheitsfreundin und wird nun seine Geliebte. Doch da Paros Mutter Sumitra (Kiron Kher) einst eine Tänzerin war, wollen Devdas' Eltern eine Heirat verhindern und demütigen Paros Familie. Daraufhin verlässt Devdas den Palast und verfällt dem Alkohol, während Paro sich mit einem reichen Herrn verheiratet. Devdas träumt aber weiter von seiner Liebsten, selbst die Kurtisane Chandramukhi (Madhuri Dixit), die sich in ihn verliebt, kann ihn nicht auf andere Gedanken bringen.
Review
Die "Romeo und Julia"-esque Story von "Devdas" wurde zuvor bereits mehrfach verfilmt, unter anderem von Bimal Roy 1955 - doch die neuste Adaption des bengalischen Romans von Saratchandra Chatterjee durch Sanjay Leela Bhansali (Hum Dil De Chuke Sanam) ist ganz klar die aufwändigste: Der bislang teuerste indische Film aller Zeiten und der erste Bollywood-Film, der beim Filmfestival in Cannes antreten durfte. Zudem avancierte er zum erfolgreichsten Bollywood-Streifen des Jahres 2002 und zu Indiens offiziellem Kandidaten für die Auslands-"Oscar"-Auswahl.
Und dies trotz gehörigen Defiziten. Da ist etwa die äusserst melodramatische Story mit der unglaubwürdigen Thematisierung der Alkoholsucht, da ist ein durchhängender Mittelteil und da ist Shahrukh Khan, der mit der anspruchsvollen Rolle leicht überfordert ist - das schien die meisten Kritiker nicht zu stören, denn Khan gewann einen der 9 Filmfare Awards von "Devdas". Die Wucht des Films bremsen diese Mankos aber eben nur bedingt. Bhansali ist ein Meister im Umgang mit Schauwerten und er arrangiert sie hier grandios: Die poetische Musik, das spektakuläre Dekor, das opernhafte Finale, die tollen Kostüme und die fulminanten Tanzeinlagen - das macht einfach Laune. Nicht zuletzt spielen die weiblichen Stars den King Khan glatt an die Wand und werten den Film um ein Vielfaches auf.
Die eine ist Madhuri Dixit in ihrer letzten Rolle vor der grossen Babypause. Sie liefert eine fantastische, reife Performance ab und tanzt wie eine Göttin, wofür sie ihre fünfte "Filmfare"-Auszeichnung holte. Die andere ist Aishwarya Rai, die "Miss World 1994" und ohne zu übertreiben eine der schönsten Frauen der Welt. In dieser ebenfalls Filmfare-gekrönten Darbietung beweist sie eindrucksvoll, dass sie eben auch schauspielern kann. Und blendend tanzen. Allein schon wegen Rai sind diese 181 Minuten das Durchhalten wert. Die Augen werden in "Devdas" also vollumfänglich bedient - und obwohl zu einem als Magnus Opus gefeierten Werk doch noch etwas mehr gehören würde, belohnt "Devdas" die Zuschauer mit einem einzigartigen Erlebnis. Bhansalis letzter, Hum Dil De Chuke Sanam, ist nach meinem Empfinden aber noch besser - und wegen weniger Theatralik auch rührender.

© Text Marco, molodezhnaja
www.molodezhnaja.ch

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Beitrag #3 - erstellt: 03. September 2007
Divine Temple Khajuraho (2004)


Divine Temple - Himmlischer Tempel
Mit Mamta Kulkarni
in Hindi mit deutschen Untertiteln sowie deutscher Synchronisation.
Vertrieb: UIG Entertainment

Story
Der in Paris aufgewachsene Fotograf Naveen (Vishal) kommt in die Tempelanlage von Khajuraho, um einen Artikel zu schreiben. Schon bald trifft er dort die örtliche Devdasi Rajeshwari (Mamta Kulkarni), die ihn in die Geheimnisse der Tempel einweiht. Als Naveen ihre Schwester Rati vor einer Bande lüsterner Kerle rettet, verliebt die sich Hals über Kopf in ihn - und obwohl Naveen sie zurückweist, gibt sie nicht auf. Die Lage spitzt sich zu, als Naveen die schüchterne Mukta (Saadhika) heiratet. Die naive junge Frau weiss aber nicht, was sie ihrem Gatten im Ehebett bieten soll.
Review
Der Fotograf Ashok Kumar (nicht zu verwechseln mit der gleichnamigen Schauspiellegende) inszenierte "Divine Temple" als Ode an den weiblichen Körper. Von den Tempellandschaften Khajurahos im zentralindischen Madhya Pradesh bekommen wir kaum etwas zu Gesicht - nur ein paar kurze Ausschnitte aus deren züchtigeren Statuen sowie ein schlecht gemachtes Tempel-Set. Der Rest besteht aus tanzenden, wogenden und vor allem feuchten Damenkörpern.
Für den Zuschauer heisst dies, dass man alle paar Minuten eine Frau sieht, die aus dem Wasser auftaucht oder sich im knappen Gewand wäscht. Dies stets in Zeitlupe und stets mehrfach wiederholt, damit man auch ja genau hinschauen und sich hie und da einen Nippel vorstellen kann. So funktioniert Softsex in Indien - und nein, es ist nicht wirklich berauschend. Jeder westliche Schmuddelfilm bietet mehr Erotik und wer auf den Rest aus ist, also Tänze und Kultur, sollte wahrlich nicht zu diesem Schund greifen, sondern sich ausgeklügelteren Bollywood-Werken widmen.
Dennoch: Genau die Tänze sind noch das Beste am Film. Hauptdarstellerin Mamta Kulkarni, die sich 1993 für das Stardust-Magazin sehr freizügig ablichten liess, bewegt sich trotz etwas mopsigem Look anmutig. Schade nur, ruinieren die angeödetsten Touristen-Statisten, die man sich vorstellen kann, ihren grossen Tanz. Saadhika hat auch ein paar sinnliche Bewegungen drauf. Den besten Beitrag liefert jedoch Gaststar Mink (Ooops!) im Song "Sun Mere Mahi", wo sie vor den Tempel Khajurahos der unerfahrenen Saadhika beibringt, wie man einen Mann verführen kann.
Genau darum dreht sich übrigens der letzte Teil der Geschichte: Mukta soll lernen, ihren Mann im Bett glücklich zu machen - mit Hilfe der Tempel und ihrer alten Geheimnisse. Daraus hätte man durchaus eine sozialkritische Story zimmern können, um darauf aufmerksam zu machen, dass manche indische Mädchen unaufgeklärt in die Ehe gehen und danach vom Gatten ausgebeutet werden. Doch Kumar lag nicht viel daran. Ihm gehts um einen Aufhänger zum Zeigen weiblicher Haut. Dazu vermischt er noch einen 08/15-Eifersuchtsplot um die völlig unmotiviert auftretende Rati und fertig ist das Gebräu. Stets im Mittelpunkt ist dabei die Person, die ich noch gar nicht erwähnt habe: Naveen. Vishal spielt diesen mit einer schwer hinzubekommenden Gleichgültigkeit. Anders gesagt: Der Kerl ist eine sterbenslangweilige Niete und bekommt trotzdem drei Frauen ab.
"Divine Temple" verdient aber keinen besseren Hauptdarsteller. Der Film ist billig, plump und bis auf ein paar Bewegungen der freizügigen Damen nicht einmal sonderlich erotisch. Dass es so eine B-Produktion schafft, nun auch auf Deutsch zu erscheinen, ist rätselhaft und zeugt eigentlich nur davon, dass Verleiher wohl bei jedem Scheiss, auf dem "Bollywood" draufsteht, Geld wittern. Einen beruhigenden Aspekt hat die Sache aber: So schlecht das deutsche Dubbing auch sein mag - das liederliche Hindi-Dubbing der WEG-Disk kann es kaum unterbieten.

© Text Marco, molodezhnaja
www.molodezhnaja.ch

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Beitrag #4 - erstellt: 03. September 2007
Fire (1996)


mit Nandita Das und Shabana Azmi.
in Englisch sowie in deutscher Synchronisation.
Vertrieb: Universumfilm

Story
Neu Delhi: Seit vielen Jahren lebt Radha (Shabana Azmi) in der arrangierten Ehe mit Ashok (Kulbhushan Kharbanda). Da sie unfruchtbar ist, hat sich Ashok ein Gelübde auferlegt. Lust ist für ihn nun der Ursprung allen Übels. Radha hat sich beinahe an diese Situation gewöhnt, ihr Feuer ist erloschen. Da wird Ashoks Bruder Jatin (Javeed Jaaferi) mit der schönen Sita (Nandita Das) verheiratet, die in das Haus von Ashok und Radha einzieht. Die rebellische junge Frau will sich nicht einfach den Männern unterordnen, schon gar nicht ihrem Mann, der sie mit einer Chinesin betrügt. Sita freundet sich mit Radha an - und schon bald erwacht in den beiden Frauen ein erotisches Feuer.
Review
Homosexualität im Hinduismus ist anscheinend noch immer das grösste Tabu. Denn obwohl Deepa Mehtas "Fire" bei der Zensur ohne Schnitt durchkam, rebellierte "das Volk". Aufgestachelt von religiösen Extremisten wurde der Film zurückgezogen. Kinos, die ihn spielten, wurden vom Mob demoliert. Eine Schande für die grösste Demokratie der Welt. Unter dem Deckmantel der "Bewahrung der Kultur" wird eine faschistoide Ideologie gezüchtet, die Indien um Jahre zurückwirft.
"Fire" gilt deshalb als einer der kontroversesten Filme Indiens. Im Westen wird niemand wegen der subtilen Sexszenen vom Stuhl fallen, schliesslich erschien im selben Jahr "Bound" - und da ging es deftiger zur Sache. In "Fire" steht aber auch nicht unbedingt die lesbische Beziehung der Frauen im Vordergrund. Es geht vielmehr um eine zärtliche Liebe und um die Emanzipation. "Fire" steht somit "Thelma & Louise" viel näher als "Bound" - und das ist es wohl, was mehr noch als die Sexszenen die patriarchische indische Seele aufgeheizt hat. In "Fire" gibt eine Frau ihrem Mann eine Ohrfeige zurück, in "Fire" wagt es eine Frau, "nein" zu sagen. In Fire heisst es "the concept of duty is overrated". Das ist das Revolutionäre an dem Film. Und genau deshalb ist er als Weckruf ein wichtiges Werk.
Filmisch gesehen ist er gut. Schön gefilmt, gepflegt inszeniert und mit wunderbarer Musik von A. R. Rahman unterlegt. Die Story ist etwas gemächlich, für ein wenig Humor sorgt Ranjit Chowdhry (Bollywood / Hollywood). Wieso der Film in Englisch mit Hindi-Akzent gedreht ist, bleibt Deepa Mehtas Geheimnis. Stärkster Trumpf des Films sind aber eindeutig die Akteure: Shabana Azmi, eine der renommiertesten Schauspielerinnen von Indiens "Parallel Cinema", dominiert die meisten ihrer Szenen. Ihre jugendliche Gespielin Nandita Das steht ihr in nichts nach. Wenn Nandita lächelt, blüht mein Herz auf. Ebenfalls brillant ist Altstar Kulbushan Kharbana (Lagaan), der den fehlgeleiteten Pascha eigentlich nicht diabolisch, sondern primär selbstgefällig spielt. Man mag ihm persönlich gar nicht so böse sein, sondern mehr der Männer-Kultur, in der er aufgewachsen ist. Selbst zum Schluss bleibt sein Spiel auf brodelnde Art reserviert. Eine Top-Performance.
Ein letzter Punkt, der in Indien ebenfalls für Proteste sorgte, ist die Anspielung auf die Legende, in der Sita für Ram durchs Feuer ging, um ihre Reinheit zu beweisen. In "Fire" ist Radha die Sita der Legende. Sie geht zum Schluss durchs Feuer und überlebt - der Beweis ihrer Reinheit. Dennoch muss sie "ins Exil". Die Parallelen zur religiösen Vorlage sind eindeutig. Und in Indien darf man mit Religion halt einfach nicht spielen. Religionskritik, Homosexualität und Emanzipation in einem Film - eine Kriegserklärung an Hindu-Fundamentalisten. Und auch deswegen unbedingt empfehlenwert.

© Text Marco, molodezhnaja
www.molodezhnaja.ch

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Beitrag #5 - erstellt: 03. September 2007
Home Delivery


Der Glücksguru
Mit Vivek Oberoi, Ayesha Takia, Mahima Chaudhary, Boman Irani und Juhi Chawla
in Hindi mit deutschen Untertiteln sowie mit deutscher Synchronisation.
Vertrieb: Splendid

Story
Sunny Chopra (Vivek Oberoi) ist "Gyaan Guru", der bekannte Seelendoktor einer Zeitschrift. Nun ist der Schreiberling daran, sein erstes Drehbuch zu schreiben - und dies erst noch für Regie-Star Karan Johar (Karan Johar). Doch die erfolgreiche Fassade täuscht: Er lebt zwar schon lange mit seiner Verlobten Jenny (Ayesha Takia) zusammen, bringt es aber einfach nicht übers Herz, sie zu heiraten. Mit dem Skript kommt er nicht voran, da ihn seine Nachbarn Pandey (Saurabh Shukla) und Gungunani (Tiku Talsania) nerven. Und sein Job ist auch gefährdet, da er seiner Chefin Parvati Kukkar (Juhi Chawla) ununterbrochen vorgaukelt, er sei krank. Während einem Fernsehinterview wird sein Leben noch turbulenter: Er trifft auf die südindische Leinwand-Schönheit Maya (Mahima Chaudhary) - für die sogenannte "Cleavage Queen" hat er schon als Teenager geschwärmt. Mit seinem Skript weckt er ihr Interesse. Just als romantische Stunden auf den Plan stehen, taucht der naive Rentner Michael Burnett (Boman Irani) auf, der sich einen Job als Pizzalieferant erschlichen hat und nun nicht mehr von Sunny lassen will, da der aus Prinzip seine Rechnung nie bezahlt.
Review
Der Plot liest sich turbulent und dieser Eindruck täuscht nicht. Und es kommt noch dicker, denn einige Nebenhandlungen wie jene des P3P - des Seite-3-Psychopathen (Arif Zakaria) - sind dabei noch nicht einmal angesprochen. Doch Regisseur Sujoy Ghosh nutzt in seiner zweiten Arbeit nach Jhankaar Beats dieses Durcheinander nicht für eine Slapstick-Orgie à la David Dhawan, sondern behält seinen Film im kleinen Rahmen, ja fast schon intim. Er spielt während dem Diwali-Wochenende und ein Grossteil des Films passiert in Sunnys Wohnung.
An echter Handlung mangelt es aus dem Grund etwas. Ghosh ist mehr daran interessiert, skurrile Nebenhandlungen einzubauen und eine dialogstarke urbane Komödie zu zaubern, die von ihren Charakteren lebt. Das gelingt ihm nicht komplett, da er mit seinen Ansprüchen, eine kleine, feine Komödie zu machen, die aber dennoch mit Stars und Sternchen Mainstream-Ambitionen hegt, immer wieder zwischen Stuhl und Bank fällt. Für die intellektuelle Community, die Ghoshs Debüt mochte, dürfte "Home Delivery" zu kindisch und zerfahren sein, für das normale indische Publikum zu modern und städtisch.
Mir gefiel er eigentlich nicht so schlecht. Vivek, der ja seit diesem Film grosskotzig Viveik Annand Oberoi genannt werden will, gibt eine gute Hauptfigur ab, auch wenn seine Schmarotzer-Rolle nicht die sympathischste ist. Diese Aufgabe übernehmen Nebendarsteller wie Boman Irani und Ayesha Takia. Vor allem Bomans Part als verkappter Weihnachtsmann wird im Verlauf des Films immer mehr zum guten Geist - immerhin handelt es sich bei "Home Delivery" um einen Diwali-Film, der Familie, Gott und Frieden huldigt, aber all dies eben auf angenehm moderne Art. Die Botschaften des Werks sind durchaus altmodisch, ihre Präsentation indes ganz und gar nicht. Dieser Ansatz gefällt.
Eine richtige Wucht ist Mahima Chaudhary. Ihre sexy Parodie einer Tamil-Heldin trifft den Nagel auf den Kopf und einige Sequenzen bei iherer Einführung sind herrlich. So etwa die Ausschnitte aus ihrem Tamil-Film oder die kürzeren Song-Einspielungen, die nach Tamil-Art ausgestattet sind bzw. in dem Mahima plötzlich die typisch schnellen tamilischen Reimgesänge zu singen beginnt und Vivek sie schockiert fallen lässt. Ein paar Eigenarten des Tamil-Kinos werden hier jedenfalls köstlich persifliert.
"Home Delivery" hat noch mehr Film-Insider-Spässe zu bieten, die meisten in Form von Gastauftritten. Neben Karan Johar, Juhi Chawla und Victor Bannerjee, die grössere Rollen spielen, sind für ein paar Sekunden auch Stars wie Abhishek Bachchan, Naseeruddin Shah, Ritesh Deshmukh oder Sunil Shetty zu sehen. Sanjay Dutt wäre im Lied "Maya" sogar zu hören (wenn auch nicht zu sehen) gewesen, doch der Song wurde entfernt. Er ist immerhin auf dem Soundtrack zu hören und klingt im Film als Mayas Leitmotiv mehrmals kurz an.
(gekürzte Review, alles hier nachlesen)

© Text Marco, molodezhnaja
www.molodezhnaja.ch

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Beitrag #6 - erstellt: 03. September 2007
Indian Babu (2004)

Indischer Kavalier
Mit Jaz Pandher, Johnny Lever, Mukesh Rishi und Alok Nath
in Hindi mit deutschen Untertiteln sowie mit deutscher Synchronisation.
Vertrieb: UIG Entertainment

Story
Ein Gericht spricht dem Thakur Suraj Pratap Singh (Mukesh Rishi) den Besitz eines grossen Stücks Land und des Anwesens darauf ab. Rechtmässiger Eigentümer wird Shivkumar Sharma. Als Singh mit seinen Schergen Sharmas Ernte abfackelt, kommt es zum Streit, in dessen Verlauf durch ein Unglück Singhs Bruder stirbt. Der Thakur erschiesst daraufhin Sharma und will auch seine schwangere Frau töten. Sie entkommt, verliert aber ihr Kind. 20 Jahre später soll Singhs Sohn Abhay (Rajat Gawda) die hübsche Dil (Gurline Chopda) heiraten, die Tochter des Farmers Sharad Babu (Alok Nath). Kurz nach der von Dil nicht gewünschten Verlobung erleidet sie einen Herzanfall. Abhays Onkel Karan (Mohan Joshi) bietet an, sie nach London mitzunehmen, um ihr einen Herzdoktor zu besorgen. In England kommz Dil bei College-Girl Simran unter und lernt ihre Freunde kennen. Unter anderem den Musiker Jeet (Jaz Pandher), in den Dil sich verguckt.
Review
Kameramann und Regisseur Lawrence D'Souza feierte nur wenige Erfolge in seiner Karriere. Doch dank High-Profile-Filmen wie Saajan und Aarzoo hat er sich immerhin im Gedächtnis vieler Bollywood-Fans verewigt. Mit "Indian Babu", seinem bislang letzten Film, ist er auf der Karriereleiter weit nach unten gekraxelt: Kaum mehr Stars, ein abgenudeltes Thema, 08/15-Machart. Mit so einem Film setzt man garantiert keine Meilensteine.
Der Plot beginnt mit der Vorgeschichte um den einmal mehr als Brutalo besetzten Mukesh Rishi, wechselt dann aber schnell in die Gegenwart - und nach London. Für diese Passagen bedient sich D'Souza ausgiebig bei John Hughes' 80er-Jahre-Klassiker "Ferris Bueller's Day Off". Johnny Lever übernimmt den Part des misstrauischen Rektors, obwohl sein hysterisches Getue niemals das geniale Spiel von Jeffrey Jones toppt. Und Jaz Pandher ist kein Matthew Broderick. Überhaupt sind die Lacher sehr moderat, wenn man bedenkt, wie amüsant die Vorlage ist.
Das liegt auch am steifen Debütanten Jaz Pandher, der nie richtig aufblüht. Die ebenfalls debütierende Gurline Chopra ist nicht viel besser. Es ist bezeichnend, dass beide Newcomer nach diesem Film abtauchten. Die bekannteren Gesichter wie Johnny Lever, Alok Nath, Mohan Joshi und Mukesh Rishi gehören nur zur B-Liga Bollywoods und tun, was sie meistens tun. Mit durchwachsenem Erfolg. D'Souza gibt ihnen inmitten der lustlosen Dramaturgie auch nur wenige Momente, in denen sie schauspielerisch überhaupt glänzen könnten.
Kurz: Der Film ist ebenso öde wie unnötig. Er hakt Themen ab, die in den 80ern und 90ern schon hundertfach durchgespielt wurden, zeigt fade Debütanten in den Hauptrollen und klaut zu allem Übel auch gehörig bei einem unendlich besseren Hollywood-Vorbild. Das einzige, was den Film vor dem kompletten Desaster rettet, ist die Musik von Nadeem-Shravan, die meist mit Punjabi-Rhythmen mitreisst und begleitet wird von ziemlich erotischer Choreografie von Chinni und Rekha Prakash. Das gibt einen kleinen Aufschlag, ebenso ein paar hübsche Bildkompositionen. Aber das ist zu wenig, um überlange 164 Minuten erträglicher zu machen: "Indian Babu" braucht man nicht.

© Text Marco, molodezhnaja
www.molodezhnaja.ch

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Beitrag #7 - erstellt: 03. September 2007
Kuch Naa Kaho (2003)


Erzähl mir nichts von Liebe
Mit Aishwarya Rai, Abhishek Bachchan und Arbaaz Khan
erhältlich in Hindi mit deutschen Untertiteln für Hörgeschädigte sowie mit deutscher Synchronisation.
Vertrieb: Universumfilm

Story
Raj (Abhishek Bachchan) ist ein Inder in New York. Seine Mutter (Sushasini Mulay) schickt ihn nach Indien, damit er endlich eine Frau sucht. Sein Onkel (Satish Shah) versucht umgehend, Raj zu verkuppeln. Als er einsieht, dass es nicht klappen will, engagiert er die schöne Namrata (Aishwarya Rai) für den Verkupplungsjob. Namrata kann Raj nicht ausstehen, seit er ihr mit einem Trick das Flugticket abgeluchst hat, aber sie willigt ein. Bei der ausführlichen Brautschau kommen sich die beiden jedoch bald näher - bis Raj entdeckt, dass Namrata einen Sohn namens Adi (Parth Dave) hat und ihr Gatte (Arbaaz Khan) sie vor sieben Jahren verlassen hat.
Review
"Kuch Naa Kaho" ist ein blank polierter Liebesfilm ohne jegliche Seele. Aishwarya Rai wandelt sich immer mehr von der attraktiven Miss World, die sich in der Schauspielerei versucht, zur kalkulierenden Bollywood-Queen. Ich mag sie noch immer mehr als es die meisten Kritiker es tun, aber in "Kuch Naa Kaho" tut sie nicht viel mehr als schöne Kleider zu präsentieren. Sie ist wahrlich eine Bombe und die Designer müssen jauchzen, wenn sie eine Rolle übernimmt. Dafür nimmt man es ihr kaum ab, wenn sie zum kleinen Adi "beta" (Sohn) sagt. Es entsteht kaum eine Chemie zwischen Filmmutter und Filmsohn. Im Finale verkommt sie gar zur typischen braven indischen Hausfrau. Ash hat auch Momente, in denen sie okay spielt - aber als Ganzes ist ihre Rolle enttäuschend. Das liegt an ihr aber ebenso am Drehbuch.
Dieses ist ohne Esprit hingesudelt, eine Kopie gängiger Bollywood-Themen, inklusive weit hergeholtem Finale, unglaublichen Zufällen und Handlungsentwicklungen, die nur in einer konservativen Gesellschaft wie der indischen wirklich von Brisanz sind. Überlange 168 Minuten plätschern vorbei, umschwärmen das Auge mit schönen Tanz-Nummern (der Titelsong ist besonders attraktiv und der obligatorische Ash-im-Regen-Song gibt auch was her) und entlocken hie und da ein Lächeln. Doch der Film wirkt derart kalt orchestriert, dass niemand helfen kann. Weder der talentierte Abhishek, der nach Dhaai Akshar Prem Ke zum zweiten Mal mit Ash spielt, noch die ansprechende Background-Musik. Damit können wir die Schuldfrage wohl ausweiten: Drehbuch, Aishwarya - und Rohan Sippy. Der Sohn von Sholay-Regisseur Ramesh Sippy, der hier als Produzent waltet, gibt sein Regiedebüt und scheint das Talent nicht vom Vater geerbt zu haben. Die Eröffnungs-Credits sind noch innovativ und erfrischend, doch alles was danach kommt, kann man wahrlich nicht so bezeichnen. Und mit diesem Trio an Fehlgriffen ist der Durchschnittsfilm komplett. "Kuch Naa Kaho" ist kein Desaster und ich liebe Aishwarya auch weiterhin - aber ein wenig mehr Inspiration hätte dem Film mehr als gut getan. So ist er ein toter Fisch, der mit dem Romanzen-Strom schwimmt.

© Text Marco, molodezhnaja
www.molodezhnaja.ch

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Beitrag #8 - erstellt: 03. September 2007
Lucky - No Time for Love (2005)


Lucky - Keine Zeit für Liebe
Mit Salman Khan, Sneha Ullal und Mithun Chakraborty
in Hindi mit deutschen Untertiteln sowie mit deutscher Synchronisation.
Vertrieb: Splendid

Story
Die Geschwister Lucky (Sneha Ullal) und Dhara (Priyanka Shinoy) leben in Sankt Petersburg, wohin ihr Vater Mr. Negi (Ravi Baswani) versetzt worden ist. Er arbeitet als Assistent des Botschafters (Vikram Gokhale), weshalb die Familie bisher schon oft umziehen musste. In Russland fühlt sich Lucky ziemlich wohl und hat Freunde an der Schule gefunden. Die 17-Jährige hat momentan nur ein Ziel vor Augen: Die Abschlussprüfung schaffen. Doch auf dem Weg zur Schule vergreift sich ein Lüstling an ihr, worauf sie in das Auto von Aditya Sekhri (Salman Khan) flüchtet. Er ist der Sohn des Botschafters und fährt mit Lucky an Bord davon. Erst bei einer Grenzkontrolle merkt er, dass er eine Begleiterin hat . Just in dem Moment greifen Rebellen an, weshalb Adi und Lucky in den Wald flüchten müssen. Die Lage im Land ist instabil, die Inder verlassen die Region. Der Botschafter heuert deshalb Colonel Pindi Das Kapoor (Mithun Chakraborty) an, um Aditya und Lucky so schnell wie möglich aufzuspüren.
Review
"Lucky" ist eben eigentlich ein Teenie-Märchen. Natürlich ist Salman für den typischen Disney'esken Märchenprinzen etwas zu alt, aber er sieht umwerfend aus und geht deshalb noch immer spielend als Mädchentraum durch. Er ist nach einer zögerlichen Startphase die Projektionsfläche für Luckys Schwärmereien - und für jene des weiblichen, jüngeren Publikums. Der erste Song, der im frechen Girlie-Stil mit kecken Schuluniformen aufgezogen ist, unterstreicht diesen Teenie-Ansatz noch. Doch es gibt auch einiges zu bestaunen, was sonst in dem Genre eher selten vorkommt. Gemeint ist Krieg, Terror und Tod. Ich würde den Film deshalb auch erst ab 12 empfehlen, weil es mindestens zwei längere Action- und Explosionsszenen hat, bei denen schon mal schnell ein paar Tropfen Blut auf die Kamera spritzen. Gehört das in den Film? Nicht zwingend, da es "Lucky" heterogen macht - die vielen Genres kommen kaum unter einen Hut. Aber "Lucky" wird so auch sehr abwechslungsreich und bekommt trotz geringer Lauflänge von 131 Minuten epische Dimensionen.
Im Zentrum stehen aber stets die zwei Protagonisten. Salman, der den Film mit seinem Bruder Sohail Khan produzierte, überzeugt mit Charme, neckischem Charakter und stattlichem Aussehen. Eine seiner besseren Rollen in letzter Zeit. Doch die Show stiehlt ihm Sneha Ullal. Schon im Vorfeld wurde gemunkelt, das 17-jährige Überraschungstalent sehe aus wie Salmans Ex Aishwarya Rai. Das ist tatsächlich so. Es gibt zwar Momente, vor allem am Anfang daheim im Pyjama , bei denen sieht Sneha keinen Monat älter aus als sie ist und ähnelt Ash keine Spur. Doch im Song "Aa Ke Bhar Lo" und bei beinahe jeder Profil-Einstellung von der Seite ist die Ähnlichkeit atemberaubend. Es ist Senhas Verdienst, dass sie es schafft, über diesen Ash-Schatten zu springen und mit ihrem natürlichen Spiel die Zuschauer in ihren Bann zu ziehen. Sie spricht relativ leise, agiert schüchtern und - das ist für Bollywood mal was Neues - wirklich altersgerecht. Keine 30-jährigen Aktricen, die sich als Schulmädchen ausgeben: Sie ist ein Schulmädchen.
Die Nebendarsteller um Kader Khan (als Arzt) und Vikram Gokhale kann man beinahe vernachlässigen. Nur Mithun Chakraborty nicht. Der 80er-Star, der schon seit einiger Zeit ein Comeback versucht, ist nicht so unausstehlich wie in den meisten anderen Parts von Elaan bis Classic, aber er ist trotzdem überflüssig. Vor allem übernimmt er die Funktion eines Deus Ex Machina - immer, wenn die Probleme unlösbar werden, taucht er auf. Das ist sehr schwaches Drehbuchschreiben und macht seinen Charakter zu einer Art Skript-Retter.
Mithuns Figur ist nicht das einzige Problem der Geschichte. Was nämlich die Schauspieler und die Inszenierung der Regie-Neulinge Radhika Rao und Vinay Sapru an Plus-Punkten einfahren, macht das Drehbuch beinahe zunichte. Colonel PD ist eine dumme Idee, die Vermischung der Genres klappt nicht immer, die Dialoge sind etwas zu kitschig, die zweite Hälfte zu verlottert, das Ende schlecht. Und von der politischen Komponente des Skripts wollen wir gar nicht reden. Die ganze Rebellion in Russland Sache ist von Anfang an nicht glaubwürdig. Wenn es wenigstens in einer Teilrepublik passieren würde, aber in diesem Ausmass - "Lucky" dürfte so für jeden einigermassen länderkundlichen Zuschauer zur Farce werden.
(gekürzte Review, alles hier nachlesen)

© Text Marco, molodezhnaja
www.molodezhnaja.ch

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Beitrag #9 - erstellt: 03. September 2007
Meri Biwi Ka Jawab Nahin (2004)


Meine Frau ist die Beste
Mit Akshay Kumar, Sridevi und Anupam Kher
in Hindi mit deutschen Untertiteln sowie mit deutscher Synchronisation.
Vertrieb: UIG Entertainment

Story
Inspektor Ajay (Akshay Kumar) zieht vom Land nach Mumbai. Seine Frau Durga (Sridevi) holt er erst später nach. Das lebensfrohe Landmädchen ist in der Stadt etwas deplaziert, findet jedoch bald Freunde und informiert sich über die kleinen Geheimnisse in der Nachbarschaft. Eine Freundschaft bringt sie in Schwierigkeiten: Radha, die Schwester des Chauffeurs Ballu (Gulshan Grover), hat sich in den Sohn von Don Bhairav (Anupam Kher) verliebt. Der Gangster hat seinen Sohn jedoch schon dem korrupten DCP Chaurasia (Kiran Kumar) versprochen, Ajays Chef. Als Bhairavs Gangster Radha ausschalten wollen, greift Durga ein. Dafür brandmarkt sie Charurasia vor Gericht als Prostituierte!
Review
"Meri Biwi Ka Jawab Nahin" wurde 1994 von Regisseur Pankaj Parashar lanciert, als Akshay Kumar seine ersten Hits feiern konnte und Sridevi nach ihrer Hochzeit mit Boney Kapoor dem Business langsam Lebwohl sagte. Ein ungünstiger Zeitpunkt also. Sridevis Schwangerschaft, Akshays Terminprobleme und später auch Finanzierungslücken liessen den Film verstauben. Satte 10 Jahre lang! Da übernahm Produzent S.M. Iqbal mit finanzieller Unterstützung aus Chennai die Rechte, strich Parashar aus den Credits und wollte die wenigen verbliebenen Szenen drehen. Doch Akshay Kumar weigerte sich. Einige der Stars kamen kurz zurück, andere mussten gedoublet werden. Und das Dubbing übernahmen meist fremde Personen - so hören sich Sridevi, Akshay und Johnny Lever nicht wirklich an, wie man es gewohnt ist.
Der Film ist nicht ganz so eine Katastrophe wie andere viele Jahre später zusammengestückelte Filme à la Yeh Lamhe Judaai Ke oder Khanjar - doch er ist ebenso anachronistisch wie läppisch. Die wenigen neuen Szenen sind schrecklich, da die Darsteller, die nochmals verpflichtet wurden, 10 Jahre älter aussehen und die, die nicht erschienen sind, schlecht gedoublet sind. Deshalb sind die letzten 15 Minuten ein Chaos. Am Anfang ist der Film noch etwas besser. Er beginnt als Komödie, bei der sich Sridevi des öfteren zum Narren macht. Nicht der letzte Schrei, aber gefällig. Dann wandelt er sich zum Actiondrama. Das Drama im Gerichtssaal ist so peinlich wie eh und je in Hindi-Filmen. Die Justiz steht blöd und unfähig da, das Prozedere ist eine Farce. Alles schon mal dagewesen. Amüsanter wird es, wenn Sridevi zulangt. Ja, sie hat eine Actionrolle und sie kickt und prügelt mehrfach auf böse Jungs ein. Das nenne ich Besetzung gegen den Strich.
Gegen Schluss verläuft alles im 08/15-Rahmen und man freut sich, dass die 139 Minuten schnell vorbei sind. Ein Film, den man nicht gesehen haben muss. Ein schlecht zusammen montierter Streifen mit holpriger Story, grässlich dick aufgetragener Moral, antiquierter Inszenierung und muffigem Stil. Ach ja, die Songs. Die sind nicht übel."Jamra Sajan Sang" ist bemüht lustig, "Sab Pyar Mohabbat" ist eine Fun-Nummer, das Titellied "Meri Biwi Ka Jawab Nahin" ist okay, "Hum Sang Kitna" hübsch. Der beste ist jedoch "Sari Sari" mit zierlichem Tanz draussem auf dem Felde. Auch das jedoch schon so oft gesehen. Diesen Film, den kann man sich sparen.


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Beitrag #10 - erstellt: 03. September 2007
Mistress of Spices (2006)


Die Hüterin der Gewürze
Mit Aishwarya Rai, Dylan McDermott und Anupam Kher
in Deutsch mit englischen Untertiteln sowie in deutscher Synchronisation.
Vertrieb: Universumfilm

Story
Indien: Als Kind erkannte Tilo, dass sie hellseherische und heilende Fähigkeiten hatte. Dies fiel auch einer Horde Banditen auf, die sie entführten. Bei der Fahrt in ihr Quartier, floh Tilo und landete bei einer alten Frau (Zohra Sehgal), die sie unter ihre Fittiche nahm. Die Frau bildete mehrere "Hüterinnen der Gewürze" aus, brachte ihnen Geheimnisse bei und beauftragte sie, auf der ganzen Welt Gewürzläden zu führen. Die erwachsene Tilo (Aishwarya Rai) wurde in der Nähe San Francisco stationiert. Dort führt sie gewissenvoll einen Laden, weist jedem Kunden das passende Gewürz zu und ist Ansprechperson für alle möglichen Sorgen. Da weckt der Amerikaner Doug (Dylan McDermott) das Interesse der schönen Inderin. Doch kann sie eine Beziehung führen, wenn ihr auferlegt wurde, den Laden nie zu verlassen, nie eines anderen Menschen Haut zu berühren und niemals die Gewürze zum eigenen Wohl einzusetzen?
Review
Paul Mayeda Berges ist im Filmbusiness bisher kaum aufgefallen. Er schrieb ein paar Drehbücher für seine Frau und blieb im Hintergrund. Glück für ihn, dass die Ehefrau die Filmemacherin Gurinder Chadha ist - und als Paul ihr vorschlug, den 1997er-Roman Mistress of Spices der in Houston lebenden bengalischen Autorin Chitra Banerjee Divakaruni zu verfilmen, hatte er die Finanzierung schnell gesichert. Schliesslich schwamm Chadha auf der Erfolgswelle mit Bend It Like Beckham und Bride and Prejudice und gab ihren guten Namen für die Produktion her. Nicht nur das: Am Set von Bride and Prejudice übergab Berges sein Skript an Hauptdarstellerin Aishwarya Rai. Die Bollywood-Queen mochte, was sie las, und sagte als Star zu.
Berges macht aber schon früh viele Hoffnungen zunichte. Er bringt gleich zwei Prologe, beide sehr verkrampft erzählt, und weiss nicht richtig, wann er in die eigentliche Story einsteigen soll. Das Spiel von K3G-Oma Zohra Sehgal ist bezeichnend in seiner Aufdringlichkeit. Ashs Voiceover ist einschläfernd und ziemlich schlecht. Ihr monotones Gelaber wiederholt sich ständig und bald hat man auch satt, dass sie ständig ihre Gewürze befragt oder anbetet. Das Wort Gewürze heisst im Englischen "Spices" und wegen seinen drei Zischlauten sollte es moderat eingesetzt werden, da es so auffällig klingt. Doch Ash braucht es in beinahe jedem Satz. Anupam Kher als einer der Kunden wirkt verschlafen und hat gerade einen herzhaften Lacher am Anfang.
Beim Anblick des lustlos aufspielenden McDermott habe ich mich zudem gefragt, ob Ash eigentlich vertraglich zugesichert bekam, nur fade Kerle an ihre Seite zu lassen. Erst Henderson und nun das.
Also müsste sie ja leichtes Spiel haben, McDermott zu übertrumpfen. Doch sie schafft es nur knapp. Ja, Ash sieht wunderschön aus, ihre Augen sind betörend, ihr Näschen putzig - doch schauspielerisch hat sie viel mehr auf dem Kasten als das hier: ständig derselbe unterwürfig-schüchterne Blick, stets der gleiche monotone Ton in der Stimme.
"Mistress of Spices" ist demnach eine Enttäuschung. Ein steriles, künstliches Ding mit klischeehaftem Blick auf Kulturen, hölzernen Figuren, mühsamen Dialogen und einem hauchdünnen Plot - da gedeiht nichts. Und trotzdem kann ich ihn nicht ganz ablehnen. Santosh Sivans Bilder tun den Augen gut, Aishwarya Rai sowieso. Die zum Schluss langsam aufkeimende Romantik führt zu ein paar schönen Szenen (wenngleich auch keinem Kuss) und der Laden ist eine Welt, die man gerne anschaut. Jeder, der sich einmal mit kühlenden und erhitzenden indischen Gewürzen auseinander gesetzt hat oder überlegt hat, wie viele Fenchelsamen man nach dem Murg Dopiaza reichen sollte, damit die Gäste nicht tagelang einen Orkan im Gedärm haben, der kann in die Gewürz-Philosophie einfühlen. Das Streicheln der Mandeln, das Liebkosen der Kardamom-Kapseln, all das hat etwas Sinnliches. Man möchte die Pfannen hervor holen und kochen.
(gekürzte Review, alles hier nachlesen)

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Beitrag #11 - erstellt: 03. September 2007
Mujhse Shaadi Karogi (2004)


Zwei Herzen für Rani
Mit Salman Khan, Akshay Kumar und Priyanka Chopra
in Hindi mit deutschen Untertiteln sowie mit deutscher Synchronisation.
Vertrieb: Splendid

Story
Seit dem Baby-Alter hat Samir Malhotra Probleme damit, seine Wut unter Kontrolle zu halten. Als seine Freundin Roma (Girlfriend Amrita Arora) einen anderen heiratet, weil sein Temprament immer mit ihm durch geht, zieht der erwachsene Samir (Salman Khan) nach Goa, wo er als Chef der Rettungsschwimmer arbeitet. Er zieht beim durchgeknallten Vermieter Duggal (Kader Khan) in eine Wohnung und sieht vom Balkon aus schon bald seine bildschöne Nachbarin: Rani (Priyanka Chopra). Doch er verscherzt es sich mit ihr, als er mehrfach ihren Vater, den pensionierten Colonel Dugraj Singh (Amrish Puri), beleidigt und verletzt. Es kommt noch schlimmer: In Samirs Appartment zieht der schleimige Sunny (Akshay Kumar) ein, der es bald ebenso auf Rani abgesehen hat. Er bringt Samir in Misskredit und macht sich bei jeder Gelegenheit bei Dugraj und seiner Frau Rama (Supriya Karnik) beliebt. Samir und sein Freund Raj (Rajpal Yadav) geben nicht so schnell auf, doch mit jeder Aktion reiten sie Samir noch tiefer ins Unheil.
Review
"Mujhse Shaadi Karogi" ist David Dhawans Comebackfilm mit dem er sich nach einer Serie von Flops wieder an die Chartsspitze manövrieren konnte. Doch trotz Erfolg: Der Film ist eine kleine Enttäuschung. Dhawans Gespür für anarchische Erzählweise und freche Gags ist weg, ersetzt durch weichgespülte Konfektions-Ware ohne den Hauch von Originalität. Ein Grossteil der Pointen stammt aus "Meet the Parents" - die Sache mit der Urne und dem angemalten Haustier - und Salman Khan gibt sich die Ehre als Ben-Stiller-Verschnitt. Salman als Stiller. Das kann ja nicht gut gehen.
Eine Szene mit einem Magier ist beinahe 1:1 aus Woody Allens "Curse of the Jade Scorpion" geklaut, aber ohne überhaupt etwas für die Story zu tun. Die Background-Musik ist mal bei "Charlie's Angels" abgeguckt, mal bei 50 Cent. Auch hier keinerlei Innovation, kein Wagemut. Dhawan geht, das sieht man ganz klar, auf Nummer sicher. Wer derart inszeniert, trifft garantiert ein paar Mal ins Schwarze - doch es reicht nicht. Zu den gelungenen Aspekten gehört die Ex-"Miss World" Priyanka Chopra. Sie spielte schon besser, doch ihr Anblick löst ein Feuerwerk in jedem männlichen Kopf aus. Ihre Hüfte ist so dünn wie die Story und sie versprüht sorglosen Charme.
Auch Akshay Kumar ist ganz okay, wobei sein Schtik mit der Zeit auf die Nerven geht. Salman ist als Komiker immer eine Gewöhnungssache, doch wenn er schrill kreischt und ins nächste Fettnäpfchen tritt, hat er wenigstens halbwegs die Sympathie auf seiner Seite. Sein Kampf gegen den sechsfach geklonten Akshay Kumar ist ebenso sehenswert. Amrish Puri vermag auch zu überzeugen, vor allem weil er der ist, der am meisten unter Salmans Ausrutschern zu leiden hat. Nicht vergessen sollte man die Songs, von denen es viel zu viele gibt und die nicht annähernd den Schmiss der besten Dhawan-Nummern haben - doch sie sind von Main Hoon Na-Regisseurin Farah Khan bunt und fröhlich choreografiert. Wie es sich für einen Bollywood-Film gehört. "Jeene Ke Hain" verströmt Sommer-Feeling mit "Baywatch"-Asthetik, "Tera Dil Bhi" präsentiert klassische Gewänder, "Dil Magta Hai" offeriert grovvige Bhangra-Beats und "Kardoon Kamaal" ist poppig inszeniert.
Doch o je, der Rest ist eher misslungen. Die zusammengeschusterte Geschichte ist das eine, im Mittelteil hängt sie auch noch arg durch. Um die ein-Stunden-Marke dominieren endlose Wiederholungen. Den Bildern fehlt die Weite. Dass Mauritius und Dubai für Goa hinhalten mussten, kann ich noch verschmerzen, aber das echte Goa schaut aus wie ein drittklassiges Set. Ganze Nebenhandlungen sind ärgerlich: Jene mit Kader Khan ist peinlich, die mit Johnny Lever-Ersatz Rajpal Yadav nur langweilig. Die Charaktere sind zudem grauenhaft dumm. Eigentlich habe ich gehofft, dass Priyanka beide Typen stehen lässt, denn beide stellen sich kindisch an, spielen sich wie Hengste auf und protzen mit Geld, von dem man nicht weiss, woher es kommen soll.
Wenn der Film dann endlich beim Finale angelangt ist, hat er seine Sympathie verspielt.
(gekürzte Review, alles hier nachlesen)

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Beitrag #12 - erstellt: 03. September 2007
Naina (2005)


Mit Urmila Matondkar und Anuj Sawhney
erhältlich in Hindi mit deutschen Untertiteln sowie mit deutscher Synchronisation. Vertrieb: Splendid

Story
Naina (Urmila Matondkar) ist blind, seit ihre Eltern 1986 einen Autounfall bauten. Während Vater und Mutter dabei umkamen, wurde Naina durch Glassplitter im Auge verletzt. Doch nun scheint in London endlich Hilfe möglich: Naina bekommt eine Netzhauttransplantation. Diese ist erfolgreich und die junge Frau wagt sich langsam in die Welt der Sehenden. Hilfe bietet ihr der Psychologe Sameer Patel (Anuj Sawhney), ihre Oma (Kamini Khanna) und Tante Parvati (Sulabha Arya). Doch auch sie sind ratlos, als Naina plötzlich schreckliche Erscheinungen hat. Sie sieht Tote und erkennt sich selbst im Spiegel nicht wieder.
Review
Mit dem Erfolg des Song-losen, aber leicht überschätzten Bhoot erkannte Bollywood den Wert von geradlinigen Gruselgeschichten. Was darauf folgte war eine Welle nicht wirklich überzeugender Plagiate. Eines der interessantesten ist darunter "Naina" - Indiens Antwort auf The Eye. Doch Regiedebütant Shripal Morakhia belässt es nicht dabei. Er pflückt sich auch Ideen von Dark Water und "The Sixth Sense" heraus und stülpt darüber die Musik des US-Ring-Remakes. Was ihm darum völlig fehlt, ist eine eigene Vision. In bester Masala-Technik vermischt er seine Vorbilder und arrangiert sie zu einem Bollywood-konformen Entertainer, doch dabei entwischt ihm die Seele der Originale: "Naina"
Immerhin: Manche Elemente der Originale kann man nicht gänzlich verhunzen. So ist das leicht modifizierte Finale noch immer sehr gelungen und auch einige der Szenen in Gujarat (das Thailand aus The Eye ersetzt) sind gelungen. Beim Rest gilt jedoch durchs Band "schaut euch das Original an". Bollywood-Fans, die glauben, durch die Präsenz von indischen Beigaben sei der Film interessanter, irren: Die Szenen in London wirken absolut un-indisch und da Song-und-Dance-Routinen fehlen, kommt selbstredend auch kaum Bollywood-Feeling auf. Urmila Matondkar, so überzeugend in jüngeren Filmen wie Bhoot, Ek Hasina Thi und Maine Gandhi Ko Nahin Mara, schiesst hier am Ziel vorbei. Ich habe keine Emotionen für ihre Figur entwickelt und manchmal ist sie überraschend stark am chargieren. Das kann sie besser. Die Co-Stars registriert man kaum - sieht man vom angenehm spielenden Anuj Sawhney (Chingaari) ab.
Meine Enttäuschung mit "Naina" kann ich in einem Wort zusammenfassen: fad. Die Schauspieler wirken passiv, die Inszenierung ist zögerlich, die Ideen sind geklaut und verklärt. Es bleibt ein melodramatischer Gruselfilm ohne Grusel und ohne viel Spannung. Dafür liefert uns der nicht gerade talentierte Regiedebütant nutzlose Szenen wie das Regenmantel-Mädel aus Dark Water oder einen ausgeweideten Mann im OP-Saal. Das meiste davon macht wenig Sinn und bringt noch weniger Nutzen. Anstatt den Film wirklich auf seine interessante Story zu reduzieren, füttern uns die Filmemacher mit Ballast, der weder unheimlich noch stimmungsvoll ist. Das Resultat ist ein ausgedehntes Gähnen.
(gekürzte Review, alles hier nachlesen)

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Beitrag #13 - erstellt: 03. September 2007
Pyaar Mein Kabhi Kabhi ... (1999)



Ist es Liebe
Mit Dino Morea und Rinke Khanna
in Hindi mit deutschen Untertiteln sowie mit deutscher Synchronisation.
Vertrieb: UIG Entertainment

Story
Siddhant (Dino Morea), genannt Sid, studiert an einem College, um ein Gesangsstar zu werden. Die Freizeit verbringt er mit seinen Freunden Bugs (Sanjay Suri), Haklu (Manoj Dharwani) und Ronnie (Akash Saigal) - und mit seiner Freundin, der zierlichen Khushi (Rinke Khanna). Doch so richtig getraut sich Sid nicht, Khushi zu sagen, was er für sie empfindet. Da taucht die Sängerin Roxy (Tora Khasgir) auf dem Campus auf. Sid ist ein riesiger Fan von ihr und lässt sich schnurstracks von ihr verführen. Gerade, als sie ihn vernaschen will, wird ihm bewusst, dass er einen Fehler begeht. Aber lässt sich Khushi zurückerobern?
Review
Nein, man kann "Pyaar Mein Kabhi Kabhi ..." nicht wirklich böse sein, immerhin beginnt die Teenie-Liebeskomödie mit der Einblendung, es handle sich für alle Beteiligten um ihren Debütfilm und man solle doch etwas Rücksicht walten lassen. Das tue ich nicht, denn ich gebe dem Filmchen nur eineinhalb Sterne - aber ich werde meine Worte so mild wie möglich wählen: Der Film ist unentschlossen, langatmig und uninspirert (böse gesagt "langweiliger 08/15-Scheiss") - doch wie in jeder Bollywood-Produktion hat es ein paar Dinge, die das Anschauen doch lohnend machen. In PMKK sind es zwei Aspekte: Die Songs, besonders der erste, sind nett, und Dino Morea gibt ein starkes Debüt. Der Raaz-Boy ist ein Ex-Model und sieht dementsprechend lecker aus. Doch was wirklich erstaunt, ist, wie leicht er die Rolle spielt. Seine Co-Stars wirken verkrampft und bemüht, bei Dino wirkt alles spontaner und leichter. Man merkt, dass er das Spiel mit der Linse gewohnt ist.
Das Gegenteil trifft auf seine Partnerin Rinke Khanna, die Tochter von Dil Chahta Hai-Star Dimple Kapadia zu. Sie wirkt in ihrer Debütrolle unbeholfen und ich habe nach diesem Film keine Lust, sie in einem Bollywood-Film wiederzusehen. Aber vielleicht bessert sie sich ja. Sanjay Suri (Dil Vil Pyar Vyar) spielt Sids besten Freund Bugs und das ist eine undankbare Rolle. Obwohl Sid sicher nicht ganz sympathisch ist, hat er mehr Ecken und Kanten als Bugs. Der ist einfach "der beste Freund". Und dazu noch ein ziemlicher Arschkriecher. Ich empfand ihn als einen der unsympathischsten weil verlogensten Charakteren. Das wäre OK, würden die Filmemacher ihn nicht als heimlichen Helden hinstellen. Davon kann Suri aber wie gesagt nichts.
Weiter gehts mit dem Nörgeln: Der Film ist schlecht gedubbt, die Vangelis-light-Musik ist etwas irritierend, der Humor funktioniert oftmals nicht (v.a. mit dem Chess-Charakter), die Akteure schreien zu oft und wissen nicht, was "subtil" heisst, die Kamera ist zu oft hyperaktiv - in einer Szene am Anfang kreist sie endlos um ein paar Leute, mir wurde beinahe schlecht. Zum Schluss wird auch noch AIDS kurz thematisiert, was mutig ist für einen Bollywood-Film, aber das Thema bleibt völlig in der Luft hängen und unterstreicht den Eindruck der Unentschlossenheit. Dass mit der HIV-Erkrankung auch noch unterschwellig der moralische Zeigefinger erhoben wird, ist zudem eher peinlich.
Aaaalso: ja, man sollte Rücksicht nehmen, weil es für alle das Debüt war, aber eben, der Film ist nicht gut. Für Fans von Dino Morea zu empfehlen - ansonsten bloss für Komplettisten.

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Beitrag #14 - erstellt: 03. September 2007
Pyaar Zindagi Hai (2001)


Liebe ist mein Leben
Mit Monish Behl, Ashima Bhalla und Rajesh Khanna
in Hindi mit deutschen Untertiteln sowie mit deutscher Synchronisation.
Vertrieb: UIG Entertainment

Story
Der gutmütige Hridaynath (Rajesh Khanna) ist glücklich, seine ältere Tochter Gita unter die Haube gebracht zu haben: Der Polizei-Major Pratap Singh (Mohish Behl) hat sie geheiratet und bietet ihr ein stattliches Leben. Die jüngere Tochter Priya (Ashima Bhalla) dachte bisher nicht ans Heiraten - bis sie den lebensfrohen Amit (Vikaas Kalantari) kennen lernt. Er lässt mit seinen Avancen nicht locker, bis er sie soweit hat, dass sie eine Beziehung mit ihm eingeht. Doch das Glück währt nur kurz: Gita wird ermordet und ihr Ableben als Unfall hingestellt. Die Familie ahnt noch nicht, dass ein Psychopath es auf Priya abgesehen hat.
Review
1986 drehte Regisseur Vijay Sadanah mit Rajesh Khanna das Liebesdrama "Adhikar". Dabei müssen die beiden Freundschaft geschlossen haben, immerhin schaffte es Sadanah, den Superstar zu einem seiner seltenen Leinwandauftritte zu überreden. Sehenswert ist dieses Gastspiel indes kaum, denn Khanna erzeugt wenig Emotionen. Er wird zum Spielball der Twists im Drehbuch und hat erst ganz zum Schluss ein paar Szenen, die überhaupt von Gewicht sind.
Besagte Überraschungen in der Handlung sind aber immerhin nicht schlecht. Wer warum böse wird, sei hier nicht verraten (steht in beinahe jeder Kritik und auf dem DVD-Cover), aber ein Grossteil des minimalen Reizes zieht "Pyaar Zindagi Hai" aus diese Genre-Umkehr. Und wie die Person eiskalt und seelenruhig eine andere umbringt, ist von teuflischer Präzision. Danach schaltet der Film wieder auf Autopilot - und kommt unruhig voran: Sadanah legt eine Dramaturgie vor, die manchmal kaum weiter weiss und auf einen Schlag ein Dauerfeuer von neuen Wendungen liefert. Innert Kürze zerbrechen Beziehungen, Leute wandern in den Knast oder sterben. Nach ein paar netten Songs von Bali Brahmbhatt und trägen "was soll ich nur tun?"-Momenten folgt die nächste Überraschungs-Salve.
Dadurch werden die 146 Minuten nie wirklich langweilig, aber der Erzählfluss bleibt holprig. Ärgerlich sind vor allem die Momente, in denen alles ganz schnell gehen muss. Gerade noch sass jemand im Knast, in der nächsten Szene sehen wir ihn praktischerweise auf der Flucht. Überhaupt gibt es ein wenig zu viele Zufälle und Unglaubwürdigkeiten, die den Plot am Leben halten. Als Sadanah endlich das Hin und Her beenden möchte und seinen Figuren den Durchblick gönnt, zieht er ein ganz billiges Mittel aus der Tasche: Ein Tagebuch, in dem abermals praktischerweise selbst die Bluttat bis ins Detail beschrieben ist. Das sind ganz billige Erzähltricks, die der Film da einsetzt.
"Pyaar Zindagi Hai" ist denn auch kaum ein Film, den man gesehen haben muss. Zwischen von "Jaws" und "Psycho" geklauten Hintergrundmelodien, einem nicht durchdachten, aber halbwegs reizvollen Plot und gefälligen Songs laufen die Darsteller kaum zu Höchstleistungen auf. Mohish Behl und Ashima Bhalla sind nicht schlecht, der Neuling Vikaas Kalantari nervt mit seinem über-naiven Getue ("Ist ein aufgezwungener Kuss so schlimm?"). Als Zuschauer bleibt man da reserviert unterhalten und begleitet die Ereignisse mit sporadischem Gähnen. Da hatte das Bollywood-Jahr 2001 wirklich Besseres zu bieten ...

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Beitrag #15 - erstellt: 03. September 2007
Waqt - The Race Against Time (2005)


Tief im Herzen: Ein Leben für die Liebe - Im Wettlauf gegen die Zeit
Mit Amitabh Bachchan, Akshay Kumar und Priyanka Chopra
deutsche Synchronisation.
Vertrieb: Splendid

Story
Der Spielzeugfabrikant Ishwarchand Thakur (Amitabh Bachchan) hat es aus eigener Kraft zum Millionär geschafft und führt ein glückliches Leben mit seiner Frau Sumutra (Shefali Shetty). Seinem Sohn Aditya (Akshay Kumar) erfüllt Papa jeden Wunsch, weshalb der junge Mann verzogen ist. Er hat noch nie richtig gearbeitet und glaubt, er könne immer auf den geliebten Vater zurückgreifen. Als dieser ihn verheiraten will, wird Aditya kurzum selbst aktiv und heiratet heimlich die schöne Pooja (Priyanka Chopra), die Tochter des grossmäuligen Natu (Boman Irani). Nun hat Ishwar aber langsam genug: Er will seinen Sohn endlich richtig erziehen. Und die Zeit drängt, denn die Thakurs hüten ein bitterböses Geheimnis.
Review
Für seine zweite Regiearbeit nach Aankhen holte Regisseur Vipul Amrutlal Shah die Stars seines Debüts zurück: Amitabh Bachchan und Akshay Kumar. Die beiden haben spätestens seit dem Familiendrama Ek Rishtaa einen guten Vater-Sohn-Draht zueinander und zeigen dies in "Waqt" nochmals deutlich. Leider macht ihnen der Plot, basierend auf Aatish Kapadias Gujarati-Bühnenstück "Aavio Wahla Fari Malishun" einen Strich durch die Rechnung: Schwerfälliger kann eine solche Geschichte kaum aufgegleist sein. Die Wendungen wirken überkonstruiert und entfalten deshalb nicht ihre nötige Wirkung.
"Waqt" ist nichts anderes, als Shahs vorsichtiger Schritt in Karan Johar-Territorium. Das zeigt sich in Kleinigkeiten wie der Farah-Khan-inspirierten Choreografie von "Miraksam", der Familienkonstellation, der Moral und der Familientauglichkeit des Films. Doch auf die Höhe der Vorbilder reicht es nie, weil "Waqt" schlicht kalt lässt. Die Story ist mitschuld, ebenso aber Schauspieler wie Akshay Kumar, Priyanka Chopra, Rajpal Yadav, Boman Irani und Amitabh Bachchan. Sie spielen hervorragend, dazu weiter unten, aber dies sind keine Akteure, die man in den Arm nehmen und trösten möchte. Yadav und Irani erledigen den Comedy-Track, sie plötzlich weinen zu sehen, fällt aus dem Konzept. Und Akshay und Priyanka erzeugen schlicht nicht den Knuddelfaktor eines Pärchens wie Shahrukh und Kajol, oder Hrithik und Rani. Auch Amitabh ist nicht der beste "Leider" in Bollywood, was BBC zu einem bösen Kommentar hinreissen liess: "when legendary actor Amitabh Bachchan (is) weeping while clutching a cuddly toy called Jerry the Giraffe, you know something has gone drastically wrong."
Und das tut es wirklich. "Waqt" hat all die richtigen Komponenten: Tolle Schauspieler, ein üppiges Dekor, ein paar charttaugliche Songs - doch es fehlt jeglicher Zauber. Die fatalistisch anmutende Ereigniskette wird durch derart lächerliche Unwahrscheinlichkeiten zusammen gehalten, dass der Film emotional nie funktionieren will. Wieso die Eltern das Geheimnis so lange zurückbehalten, ist schon schwer zu schlucken, aber alberne Vater-Sohn-Rollenspiele, Papas plötzliche Idee, den Sohn aus dem Haus zu werfen und derartige Dinge, kommen so unmotiviert daher, dass man höchstens mit den Schultern zuckt, anstatt eine Träne zu vergiessen.
Wo "Waqt" funktioniert, ist in ein paar Einzelszenen. Rajpal Yadavs Comedy-Duelle mit Boman Irani sind köstlich, vor allem, weil Yadav, der neue Nummer-1-Komödiant Bollywoods, den Humor diagonal verschieden von Johnny Lever angeht: nicht laut und hysterisch, sondern leise und diabolisch monoton. Seine Gags funktionieren nicht immer, aber für Humor ist gesorgt. Die Song-and-Dance-Nummern gehören ebenso klar ins Plus. Sei es der hübsch inszenierte "Chhup Ja Chhup Ja", der bunte "Miraksam" oder der noch buntere "Let's Play Holy". Der Disco-Track "Apna Jahan Ke" ist etwas fragwürdiger, weil Amitabh einmal mehr auf hip getrimmt mit seinem Sohnemann und sexy Girls tanzen muss.
Und letztendlich sind eben auch die Schauspieler sehenswert. Nicht ihre Rollen, nicht ihre Chemie untereinander, nicht ihr Mitleide-Faktor - sondern rein ihr Spiel. An Amitabh, der wunderbaren Shefali Shetty, Boman Irani und Rajpal Yadav gibt es wenig zu meckern. Akshay meistert den Part ebenso überzeugend, sieht man von schwachen Schluchzern gegen Schluss und einer seltsam anmutenden expressionistischen Tanzszene ab. Priyanka ist etwas verschwendet und ausserhalb der Songs nicht immer vorteilhaft gefilmt. Ich mag sie sehr, doch hier wäre eine "wärmere" Schauspielerin besser besetzt gewesen.
(gekürzte Review, alles hier nachlesen)

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Beitrag #16 - erstellt: 03. September 2007
Water (2005)



Mit Lisa Ray, Seema Biswas, John Abraham, Kulbhushan Kharbanda und Waheeda Rehman
erhältlich in Hindi mit deutschen Untertiteln für Hörgeschädigte sowie deutscher Synchronisation.
Vertrieb: Universumfilm

Story
Benares, 1938: Die achtjährige Chuyia (Sarala) erfährt, dass ihr Ehemann gestorben ist - dabei hatte sie noch nicht einmal realisiert, dass sie zwangsverheiratet wurde. Als Witwe wird sie darum nach streng hinduistischer Tradition in ein Ashram für Witwen abgeschoben. Ihre Haare werden abrasiert, sie darf nur einen weissen Sari tragen und wird von der Gesellschaft wie eine Aussätzige behandelt. Im Ashram trifft sie auf eine Vielzahl von Frauen, die ihr Schicksal teilen - darunter die gläubige Shakuntala (Seema Biswas), die verbitterte Anführerin Madhumati (Manorma), die alte Patiraji (Vidula Javalgekar) und die hübsche Kalyani (Lisa Ray), die als einzige lange Haare hat. Der Grund: Sie wird jeweils über den Ganges gebracht, wo sie sich prostituieren muss, um den Ashram zu finanzieren. Doch da verguckt sich der Gandhi-Anhänger Narayana (John Abraham) in Kalyani und verspricht, sie zu heiraten. Ein Tabubruch.
Review
Mit "Water" vollendet Deepa Mehta ihre "Elemente"-Trilogie. Rückblickend sind deren Episoden perfekt benannt: Fire war ein flammender Appell für die Rechte der Frauen, heissblütig und kontrovers. Earth handelte von der Suche nach Heimat, von der Spaltung Indiens und dem Verlust von Wurzeln. "Water" wiederum spiegelt die Inszenierung wieder: Ein relativ gemütlich fliessender Film über die Unterdrückung von Frauen und speziell von Witwen in einer patriarchalisch organisierten Religionsauslegung. Das reinigende, heilige Wasser des Ganges fliesst sinnbildlich stetig und unaufhaltsam, wohl als Sinnbild für die Religion, in deren Fluss man sich einordnet. Einordnen muss.
Mehta wollte den Film bereits im Jahr 2000 mit Shabana Azmi und Nandita Das drehen. Doch radikale Hindus hatten ihr Drehbuch in die Finger bekommen und fehlinterpretiert. Da Mehta ja bereits mit Fire für landesweite Hindu-Proteste sorgte, brauchte es dieses Mal nicht viel, bis die Schmierkampagne in Morddrohungen gipfelte und die in Kanada lebende Mehta den Film absagte.
Erst rund 5 Jahre später wagte sie einen neuen Versuch und drehte heimlich in Sri Lanka unter dem falschen Arbeitstitel "River Moon". Da liegt vielleicht ein grundsätzliches Problem mit dem Film: Er soll in der heiligen nordindischen Stadt Benares (dem heutigen Varanasi) spielen, doch obwohl die Ausstatter famose Arbeit leisteten, ist doch jederzeit deutlich sichtbar, dass in den Tropen gedreht wurde.
Da wäre auch die Liebesgeschichte zwischen Bollywood-Star John Abraham und Lisa Ray. Für John ist es ein mutiger Karriereschritt und er spielt zurückhaltend - wenn auch unspektakulär. Die Kanadierin Lisa Ray (Bollywood/Hollywood) überrascht in einer traditionelleren Rolle. Doch zwischen den beiden funkt es nicht. Das Skript lässt die beiden sich schneller verlieben als in einem Bollywood-Film, weshalb man nie die Beziehung zwischen den beiden richtig ernst nimmt. Der emotionale Eindruck der späteren Szenen der beiden verblasst dadurch leicht.
Mehta arrangiert es so, dass sie die wichtigsten Personen bereits früh kennen lernt und wir gewappnet sind, wenn sie plötzlich mehr ins Zentrum rücken. So eben auch Shakuntala, gespielt von Seema Biswas. Man kennt sie aus Bandit Queen, danach lieferte sie weitgehend schwache Leistungen. Mit "Water" holt sie alles wieder auf und zeigt sich von der besten Seite. Überhaupt ist das Ensemble eine Stärke des Films. Manches sind Laiendarsteller, anderes gestandene Mimen. John ist wie erwähnt okay, Waheeda Rehman etwas steif in einer unwichtigen Mutter-Rolle.
Ebenso souverän auch die Musik von Hollywood-Komponist Mychael Danna und die als Hintergrund-Musik eingefädelten Lieder von A.R. Rahman. Giles Nuttgens filmt das Ganze superb und Deepa Mehta inszeniert mit routinierter und präziser Ruhe.
Interessant übrigens die Reaktion der Frauen auf diese Frage: Sie lachen nicht, sie sind entrüstet. Denn, so erklärt der Film, auch die Frauen sind gefangen in dieser Religion und Tradition.
Mehta packt dies alles mutig an und nicht gar so polemisch, wie man es vielleicht hätte befürchten können. Und sie belässt es nicht dabei. Dass Chuyia erst acht Jahre alt ist, wirft auch ein entlarvendes Licht auf die Kindhochzeiten. Themen wie Prostitution werden aufgegriffen, Missbrauch ebenso. Harter Stoff, darum bleibt "Water" ein wichtiger Film.
(gekürzte Review, alles hier nachlesen)

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Beitrag #17 - erstellt: 03. September 2007
Wife Hai To Life Hai (2005)


Wer eine Frau hat, hat ein Leben
Mit Shruti Sharma, Bharat, Rupali Suri, Sushant Singh, Avinash Wadhawan
in Hindi mit deutschen Untertiteln sowie mit deutscher Synchronisation.
Vertrieb: UIG Entertainment

Story
Die drei Waisenkinder Golu, Shubi und Sana wachsen bei ihrem netten Onkel Ashu (Bharat) auf. Er widmet sein Leben ganz den Kleinen. Ans Heiraten denkt er nicht. Anders "seine" Kinder: Sie wollen Ashu unbedingt verkuppeln. Da er sich sträubt, greifen sie zu einer List und ringen ihm das Versprechen ab, eine Frau zu suchen. Mit der Sexbombe Payal (Rupali Suri) währe bereits eine verfügbar, doch Ashu weicht ihr lieber aus. Dafür lässt er sich gerne auf die unschuldige Nehal (Shruti Sharma) ein, die ihm seine Kinder vorschlagen: Sie heiraten. Doch bald treten Konflikte auf - haben die Kinder oder die Ehefrau mehr Liebe verdient?
Review
Die Low-Budget-Produktion setzt auf ein Thema, das schon auf etliche Arten im Kino und im TV von Filmemachern der ganzen Welt abgehandelt wurde: Kinder, die für ihren Erzieher einen Lebenspartner suchen. Neues hat "Wife Hai To Hota Hai" dem nicht hinzuzufügen. Vielmehr schütteln die Regie-Partner Manish Shrivastav und Jainendra Baxi so ziemlich jedes Klischee dieses Subgenres aus dem Ärmel und drehten einen Film, der nicht einmal die schnell zu befriedigenden Bollywood-Fans lange zu packen vermag. Er ist zu banal.
Nicht nur das: Auch die Schauspieler sind öde. Newcomer Bharat wirkt schläfrig, Shruti Sharma desinteressiert und die Kinder sind gerade noch aushaltbar. Sushant Singh, wohl der bekannteste Kopf im Cast, absolviert gegen Schluss einen unnützen Gastauftritt. Baxi und Shrivastav geben der Crew kaum Momente, in denen sie glänzen können. Nicht einmal bei den Songs, in denen Bharat sein nicht vorhandenes Tanztalent zur Show stellt und alle anderen fröhlich herumhüpfen müssen. Die Songs sind immerhin schwungvoll - das macht sie zu kleinen Aufstellern inmitten des ansonsten auf Autopilot laufenden Plots.
Es gibt zwei Überraschungen in der Handlung. Eine darf man verraten, denn sie ist völlig unwichtig: Da fällt Ashu eine Vase auf den Kopf und er muss kurz ins Spital. Die Szene erzeugt fünf Minuten Minimal-Spannung, hat ansonsten aber keinen Zweck. Lernen die Kinder daraus? Nein, sie bleiben dieselben Rotznasen. Überhaupt kamen mit die Kids ziemlich verwöhnt vor, doch als eine Figur im Film dies einmal anspricht, wird sie zum Buhmann. Die andere "Überraschung" sei nicht verraten, sie kommt etwas später und ist absolut unglaubwürdig. Der ganze Film wird durch diese Offenbarung zur Farce und danach ging bei mir alles Interesse flöten.
Dass "Wife Hai To Life Hai" nicht gut ist, überrascht indes wenig: Bollywood hat Mühe damit, Familienfilme zu drehen, die sich um Kinder drehen. Meistens wird aus kindgerecht automatisch kindisch. Wenige Ausnahmen wie der halbwegs fantasievolle Vaah! Life Ho To Aisi bestätigen diese Regel nur.


© Text Marco, molodezhnaja
www.molodezhnaja.ch

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Beitrag #18 - erstellt: 15. Oktober 2007
Armaan (2004)


Liebe ist nicht käuflich
Mit Anil Kapoor, Amitabh Bachchan, Preity Zinta und Gracy Singh
erhältlich in Hindi mit deutschen Untertiteln sowie mit deutscher Synchronisation.
Vertrieb: Splendid

Story
Dr. Siddharth Sinha (Amitabh Bachchan) leitet ein gutes Spital, aber sein Traum ist es, daraus ein modernes Grosskrankenhaus zu machen, das allen offensteht. Sein Adoptivsohn Dr. Akosh Sinha (Anil Kapoor), der als Neurochirurg am Spital arbeitet, hilft, den Traum zu verwirklichen. Eines Tages verliebt sich Akosh in die neue Anästhesistin Dr. Neha Mathur (Gracy Singh) - doch die Freude der beiden währt nur kurz: Beim Versuch, einem Jungen das Leben zu retten, erleidet Siddharth einen Herzinfarkt und stirbt. Akosh steht vor einem Schuldenberg und sieht nur eine Lösung: Er muss die verzogene Sonia (Preity Zinta) heiraten, die Tochter des Industriemoguls Gulshan Kapoor (Randhir Kapoor).
Review
Das Regiedebüt der Drehbuchautorin Honey Irani (Kaho Naa... Pyaar Hai) ist ein reifer Film, aber sicherlich nicht für jeden Geschmack geeignet. Das Star-Aufgebot wird wohl das meiste Interesse auf sich ziehen und es wird den Erwartungen auch vollends gerecht. Amitabh Bachchan wird in den Credits zwar als erster genannt, er hat aber bloss eine (sehr überzeugende und wichtige) Nebenrolle. Ganz ergraut wirkt er noch erhabener als sonst und ist mit der neuen Haarpracht auf Anhieb glaubwürdig - und irgendwie liebenswert. Anil Kapoor vereint als sein Filmsohn etwa die gleichen Attribute auf sich, sein Spiel ist sehr subtil und er trägt den Film gut. Erstaunlicherweise ist es die erste richtige Zusammenarbeit zwischen Bachchan und Kapoor - beide haben in kleinen Rollen bereits zweimal knapp aneinander vorbeigespielt: In Shakti und Biwi No. 1.
Die Frauen stehen den Männern nicht nach: Lagaan-Star Gracy Singh ist in ihrer erst zweiten grossen Rolle herzlich und gefühlvoll, Preity Zinta als verzogene Göre gerade das Gegenteil - sie over-acted das sich die Balken biegen, aber das bringt dem Film die einzige wirklich explosive Performance. Und ihr Mut zu einer so schrillen und recht bösen Rolle muss man ebenfalls loben. Sie hätte fürwahr eine bessere Story verdient. Denn da liegt das Hauptproblem von "Armaan": Die Handlung kommt nicht weit über ein "Schwarzwaldklinik in Indien"-Niveau hinweg. Die Ereignisse wirken forciert, das Melodrama aufgedrückt. Amitabhs heroische, traurige Szene Ende der ersten Stunde rührt zwar zu Tränen, aber sie kommt etwas plötzlich. Zudem sind Amitabhs Auftritte in der zweiten Filmhälfte sehr kitschig. Das Ende ist dann vollends weit hergeholt. Aber eben, wer will sich in einem Bollywood-Film schon über eine solche Kleinigkeit aufregen? "Armaan" ist ein stark gespielter, bedächtig inszenierter und gefühlvoller Film. Fürwahr kein Meisterwerk, aber solides Bollywood-Kino, gut für knapp drei Sterne.

© Text Marco, molodezhnaja
www.molodezhnaja.ch

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