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Forum - Thema: Label MIG / EuroVideo

Thema: Label MIG / EuroVideo
Autor Beitrag


Beitrag #1 - erstellt: 02. September 2007
Bewafaa (2005)


Untreu
Mit Kareena Kapoor, Anil Kapoor, Akshay Kumar und Sushmita Sen
in Hindi ohne Untertitel sowie mit deutscher Synchronisation.
Vertrieb: EuroVideo

Story
Montreal, Kanada: Die 21-jährige Anjali (Kareena Kapoor) stammt aus wohlhabendem Hause und liebt den Musiker Raja (Akshay Kumar). Bevor sie ihren Eltern (Kabir Bedi, Nafisa Ali) diese Liebe beichten will, bittet Anjali ihre Schwester Aarti (Sushmita Sen), sich den Mann anzusehen. Aarti heisst Anjalis Wahl gut. Doch bevor sie die Eltern überhaupt darauf ansprechen kann, verstirbt sie bei der Entbindung ihrer Zwillinge. Da ihr Gatte Aditya Sahai (Anil Kapoor) nicht alleine für die Kinder sorgen kann, bitten Anjalis Eltern sie darum, dass sie Aditya heiratet. Anjali akzeptiert und reist mit ihrem Gatten und den zwei Säuglingen nach Delhi - ohne Raja darüber zu informieren. Drei Jahre später bereut Anjali ihre Entscheidung: Aditya beachtet sie kaum und trauert seiner Aarti nach, die er zuvor eigentlich genaus ignoriert hat, wie er es jetzt mit Anjali tut . Gerade, als Anjali endgültig genug hat von der Passivität ihres Mannes, taucht Raja in Indien auf. Die beiden treffen sich heimlich, die alte Liebe flammt wieder auf. Davon bekommt ausgerechnet das mit Aditya befreundete, schrille Paar Dil (Manoj Bajpai) und Pallavi Arora (Shamita Shetty) Wind.
Review
Dharmesh Darshan ist kein guter Regisseur. Für manche ist Showman Subhash Ghai das ewige Feindbild unter den Filmemachern Bollywoods, doch ich konnte Darshans Filme immer noch weniger abgewinnen.
Dabei beginnt der von Sridevi und ihrem Mann Boney Kapoor produzierte Streifen ganz ordentlich - vielleicht dank Sushmita Sen. Sie und Kareena sorgen als Schwestern für ein paar flotte Minuten. Es gibt später viel gröbere Dinge, über die man sich ärgern kann. Alle kommen nach Sushmitas Tod. Ja, die Miss Universe hat bloss einen Kurzauftritt und verlässt uns viel zu schnell. Die Zuschauer sollten mehr trauern, als es die Familie tut, denn damit gehts nur noch bergab. Eben: Schon die Trauer ist eine Enttäuschung. Anil spielt blank wie ein weisses Papier und bei emotionalen Aufnahmen geht Darshan in die Totale, anstatt an den leidenden Leuten dranzubleiben. Auch das ist noch kein Weltuntergang.
Doch nun kommt besagter Klischee-Plot ins Rollen. Für die Kinder und die Familie muss Kareena ihr Glück opfern. Das gibts in vielen Bollywood-Filmen. Sie ziehen nach Indien, dort herrscht Langeweile für alle Beteiligten und irgendwann platzt es aus Kareena heraus. Hier kommt der beste Dialog-Teil des Films zum Zug. Das lieblose Spiel von Akshay und Produzenten-Bruder Anil etwa. Oder Kareenas leicht blasse Performance. Um diese aufzuheizen, brachte Darshan eine "freier Rücken"-Szene während dem Song "Kaise Piya Se" hinein, die im Vorfeld heiss diskutiert wurde. Durch die fünf Sekunden Rückenansicht wird Kareenas Darbietung auch nicht freudvoller. Und Sushmita ist halt eben viel zu kurz dabei, um echt zu glänzen. Damit bleiben Manoj Najpai und Shilpa Shettys Schwester Shamita Shetty (Zeher). Die beiden dürften am umstrittensten sein. Ihre ersten paar Minuten sind denn auch himmelschreiend schlecht. Doch die zwei bringen später die Energie in den Plot, die ihm sonst komplett abgeht. Bajpai und Shetty entwickeln immerhin eine Dynamik untereinander. Etwas, was man von Kareena und ihren zwei Verehrern nicht behaupten kann.
Das wiegt besonders schlimm im Falle von Akshay und Kareena. Die zwei haben keinerlei Chemie und ihre Liebe nimmt man nur schwer ab. Dadurch hat auch das Ende kaum emotionale Wirkung. Wir wissen natürlich: Kareena muss sich entscheiden. Für wen, sei nicht verraten. Nur soviel: Der Grund, den sie findet, ist ein plumper Ausweg des Drehbuchs - und dieser Grund kam zuvor im Film viel zu wenig vor. Das Ende, so wie es ist, ist dramaturgisch schwach aufgegleist und drehbuchtechnisch ein gehöriger Beschiss. Für alle, die danach die Moral immer noch nicht kapiert haben, erzählt Akshay sie noch direkt in die Kamera. Fertig ist der vorgekaute Bollywood-Brei, der so durchkalkuliert und leblos wirkt, dass ihn kaum etwas von seiner lehrmeisterlichen Bahn abbringen kann.
Da der Streifen auch noch mässig geschnitten und in den Kameraschwenks auch holprig gefilmt ist, verschärft die Sache. Keine Sushmita, keine schönen Bilder in den Songs und kein schöner Background-Score retten das. Der Film taugt lediglich, um zu sehen, wie Dharmesh Darshan versucht, Karan Johar zu sein. Und dabei voll auf die Nase fällt.
(review gekürzt - alles hier nachlesen )

© Text Marco, molodezhnaja
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Produktempfehlungen


Beitrag #2 - erstellt: 02. September 2007
Company (2001)


Das Gesetz der Macht
Mit Ajay Devgan, Vivek Oberoi, Manisha Koirala, Urmila Matondkar und Antara Mali
Vertrieb: EuroVideo

Story
Malik (Ajay Devgan) ist der starke Mann in der Gangsterorganisation von Aslambhai, dem mächtigsten Unterweltboss von Mumbai. Doch als Malik den Hitzkopf Chandu (Vivek Oberoi) einstellt, kommt es zu Spannungen. Malik bleibt nichts anderes übrig, als alle Querschläger zu töten und selber die Macht in der Gang an sich zu reissen. Mit Hilfe von Chandu regiert er bald ganz Mumbai. Doch als Polizeichef Sreenivasen (Mohanlal) beginnt die Schraube anzuziehen, flüchten die zwei Supergangster mit ihren Frauen nach Hongkong, wo sie ihre Macht ausbauen. Doch die Crime-Idylle ist von kurzer Dauer.
Review
"The Godfather" auf Hindi wurde "Company" genannt - und die Euphorie ist durchaus nachvollziehbar. Ich würde zwar nie einen Vergleich mit Coppolas Meisterwerken heranziehen (eher schon mit "Traffic"), doch "Company" ist ein Schritt vorwärts fürs Bollywood-Kino und einer der besseren Hindi-Filme seit langem. Von den coolen Opening Credits mit einem M:I-mässigen Song und cooler Tanz-Unterstützung von Urmila Matondkar weiss man, dass man in einem "etwas anderen" Bollywood-Film sitzt. Was folgt ist eine düstere Story in der Unterwelt mit Gewalt, Drama und Spannung. Ein 154-Minuten-Film mit einigen genialen Szenen, der mehr oder weniger die ganze Laufzeit hindurch packt. Der erste Song (nach 40 Minuten) namens "Khallas!" ist dank der Tanz-Performance von Isha Koppikar eine sexy Wucht und obwohl die Stilwichserei mit etwas vielen Jump-Cuts und schrägen Kameraperspektiven manchmal auf die Nerven geht, ist "Company" in meinen Augen besser als der von vielen in den Himmel gelobte Satya, der wohl bekannteste Gangsterfilm von Regisseur Ram Gopal Varma.
Die Akteure spielen durchs Band super: Veteran Ajay Devgan ist eiskalt und der Vivek Oberoi in seinem Kinodebüt eine Naturgewalt. Mohanlal beeindruckt in einer nuancierten Polizisten-Rolle. Manisha Koirala brilliert als Maliks Geliebte und Antara Mali ist toll als Oberois treue Frau, die eine niederschmetternde letzte Szene hat. Sie alle liefern starke Leistungen ab. Fazit: Ihr wollt Bollywood-Kino mal etwas anders? Seht euch "Company" unbedingt an.

© Text Marco, molodezhnaja
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Beitrag #3 - erstellt: 02. September 2007
Dil Jo Bhi Kahey (2005)


Süsse Begierde
Mit Amitabh Bachchan, Karan Sharma, Annabelle Wallace und Bhoomika Chawla
in Hindi (Songs untertitelt) und deutscher Synchronisation.
Vertrieb: EuroVideo

Story
Der Inder Jai Sinha (Karan Sharma) lebt mit Vater Shekhar (Amitabh Bachchan) und Mutter Sandhya (Revathi) auf Mautirius. Für sein Studium zieht er nach Stockholm, wo er sich in Anne-Sophie Besson (Annabelle Wallace) verliebt. Sie ist ebenfalls von Mauritius, doch sie ist weiss - und ihr Vater Norman (Malcolm Stoddard) ein Rassist. Die Beziehung scheint zum Scheitern verurteilt, dennoch kehren Jai und Anne-Sophie als Paar zurück auf die Insel. Beim Abendessen mit den Eltern eskaliert der Streit. Sandhya, deren Asthma-Erkrankung lebensgefährliche Ausmasse annimmt, will Jai überzeugen, Anne-Sophie fallen zu lassen und dafür die indische Ärztin Gayatri Pandey (Bhoomika Chawla) zu heiraten.
Review
Der Schauspieler (Shararat), Drehbuchautor (Silsila), Produzent (Hum) und Regisseur Romesh Sharma lanciert mit "Dil Jo Bhi Kahey" seinen Sohn Karan als Kinostar. Ein Schnellschuss, denn Karan Sharma ist noch nicht ganz reif für die Kamera. Er schwankt zwischen uninspirierten Kopien von Shahrukh Khan und Hrithik Roshan und die Kamera stellt ihn trotz seiner stattlichen Grösse noch nicht eindrücklich dar. Er macht sich gut als knufffiger Loverboy, doch damit alleine lässt sich noch kein Film verkaufen.
"Dil Jo Bhi Kahey" bietet unter anderem die australische TV-Moderatorin Annabelle Wallace sowie die englischen Seriendarsteller Malcolm Stoddard und Claire Obermann (als Anne-Sophies Mutter) auf. Dies verleiht dem Bollywood-Film internationales Flair, kombiniert mit den attraktiven Drehorten auf Mauritius und in Stockholm gibt sich die Romanze weltbürgerisch.
Die Ausgangslage eines Liebespaars mit unterschiedlicher Hautfarbe, bei dem der eine Vater ein Rassist ist, böte wahrlich Stoff für grosse Debatten und melodramatische Sequenzen. Stattdessen gibt sich Amitabh Bachchan im Streit mit Stoddard erstaunlich ruhig und das Thema wird immer wieder unter den Tisch gekehrt. Die erste Hälfte gelingt Sharma vorerst noch besser, sieht man von der unnötigen Rahmenhandlung ab, die sich um die (etwas gar drehbuchtechnisch erkrankte) Mutter dreht. So sind die Locations in Schweden hübsch, die jungen Verliebten agieren frisch, die westlichen Background-Tänzer liefern einen interessanten Kontrast zum indischen Neo-Star und das Titellied rockt richtig ab. Es ist das beste Stück im ganzen Score von Shankar-Eshaan-Loy.
Erst danach gehts bergab. Die Lieder werden schwächer, die Frische verpufft und diese unausgegorenen Handlungselemente vergiften den Erzählfluss. Spätestens nach der Pause ist Sharma gefangen in den üblichen Klischees. Die Twists wirken allesamt aufgedrückt und dass Jai in einem entscheidenden Moment sein Handy nicht einsetzt, nervt entsetzlich. Um aus den forcierten Plot-Entwicklungen herauszukommen, bedient sich Sharma unter anderem bei Bhoomika Chawla (Tere Naam). Sie verkörpert die undankbare Rolle, die es in den meisten Hindi-Formelfilmen gibt und die lediglich als Katalysator des Plots zum Einsatz kommt. Das ist schade, denn Chawla ist eine sympathische Mimin. Hier wird sie indes kaum gefordert und ihre Figur bleibt ein Konstrukt.
Am Ende fühlt man sich betrogen. Wie sich plötzlich alles in Wohlgefallen auflösen soll, bleibt weitgehend ein Rätsel. Zurück bleibt ein Film, der sicher nicht schlecht ist, aber eine hundertfach gesehene Formel bloss leicht aktualisiert. Ein Film, der seine Chancen nicht nutzt und einer, der mehr Ideen auftischt, als er ausarbeiten
(review gekürzt - alles hier nachlesen )

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Beitrag #4 - erstellt: 02. September 2007
Dil Ne Jise Apna Kahaa (2004)


Was das Herz sein Eigen nennt
Mit Salman Khan, Preity Zinta, Bjoomika Chawla und Helen
ohne Untertitel sowie mit deutscher Synchronisation.
Vertrieb: EuroVideo

Story
Der Werber Rishabh (Salman Khan) und die Ärztin Pari (Preity Zinta) führen eine erfüllte Ehe. Sie haben Geld, empfinden grosse Liebe füreinander und planen eine Zukunft mit Nachwuchs: Pari ist nämlich schwanger. Doch da verunglückt sie auf der Autobahn. In ihrem eigenen Spital wird den Ärzten klar, dass sie an den inneren Blutungen sterben wird, das Kind ist bereits verloren. Paris letzte Wünsche: Rishabh soll ein Spital für bedürftige Kinder bauen. Und jemand soll ihr Herz bekommen. Rishabh ist am Boden zerstört, will aber Paris Wunsch achten. Als sie stirbt bekommt die herzkranke Dhani (Bhoomika Chawla) das Organ. Sie wird gesund und trifft auf Rishabh - zu dem sie sich auf unerklärliche Art hingezogen fühlt. Rishabh, der nicht weiss, wer das Herz seiner geliebten Rani trägt, weist Dhanis Avancen ab.
Review
Wie viele andere gescheiterte Bollywood-Schauspieler suchte sich der 34-Jährige Akteur Atul Agnihotri einen neuen Job. Und wenn man der Schwager von Salman Khan ist, dauert die Suche auch nicht lange: Atul wanderte hinter die Kamera und gab sein Regiedebüt: "Dil Ne Jise Apna Kahaa" - natürlich mit Salman in der Hauptrolle. Seine Partnerin ist Teere Naam-Co-Star Bhoomika Chawla. Als Dritte im Bunde konnte Preity Zinta gewonnen werden, die momentane Box-Office-Königin von Indien. Aber trotz dieser starken Beteiligung liefert das Melodrama nicht den erwünschten Knaller.
Die Handlung basiert im Kern auf Bonnie Hunts Regiedebüt "Return to Me" mit David Duchovny und Minnie Driver. In diesem Streifen wurden die doch recht melodramatischen Ereignisse durch wohl dosierten Humor und reizende Romantik gemildert. In "Dil Ne Jise Apna Kahaa" bleibt der Humor jedoch auf der Strecke und von Romantik bleibt nicht viel übrig. Die einzigen Gags sind unnötige und ausgesprochen misslungene Tunten-Pointen in der zweiten Filmhälfte. Das heisst: 143 Minuten Melodrama, Schwermut und Tränenströme. Mit der Zeit geht das wohl selbst dem abgehärtetsten Bollywood-Fan an die Nieren - und dies nicht im positiven Sinne. Einzig die Songs bieten Abwechslung von diesem tristen Plot, doch trotz namhaften Komponisten wie A. R. Rahman und Himesh Reshammiya reisst die Musik nicht mit. "Zinagi hai duaa" ist angenehm für die Ohren, "Savarne lage hum / Bindiya Chamakne Lagi" taugt als hübsche Panjabi-Nummer mit einem Cameo von Riya Sen. Getanzt ist sie aber nur mässig. Der Rest ist enttäuschend: Die gesäuselte Ballade "Dil Ne Jise Apna Kahaa", die Ballade "Ye dil to mila hai", der Lovesong "Jaane baharaa" und die Disco-Nummer "O balle balle".
Wenn immer er die Gelegenheit kriegt, tanzt Salman nicht übel. Auch spielen kann er. Wenngleich sein trauriges Gesicht für die Zuschauer bald einen Sättigungsgrad erreicht hat. Preity ist wie erwähnt wunderbar aber unterfordert. Bhoomika schlägt sich gut und Altstar Helen darf ihre etwas krächzige Stimme als Dhanis Oma in den Film bringen. Dank diesem durchs Band natürlich wirkenden Ensemble rutscht "Dil Ne Jise Apna Kahaa" nicht komplett in die Bedeutungslosigkeit ab. Es ist ein solide gedrehtes, gut gespieltes und gut gemeintes Drama. Was fehlt sind Inspiration, Innovation und letztendlich auch die grossen Gefühle.
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Beitrag #5 - erstellt: 02. September 2007
Diler (2004)



Indian Jones
Gekürzter Telugu-Actionfilm (O-Titel: "Anji") mit Chiranjeevi und Namrata Shirodkar
in Hindi-Synchronisation mit deutschen Untertiteln sowie mit deutscher Synchronisation.
Vertrieb: MIG

Story
1932 macht sich der amerikanische Grabräuber Bhatia (Bhupinder Singh) auf die Suche nach dem "Atma-ling"-Stein, den Bhagirath vom Gott Shiva erbeten hatte, um Ganga wieder auf die Erde zu holen. Der Stein kann dies vollbringen, Gangas Wasser würde unsterblich machen. Doch dies bleibt Bhatia verwehrt, denn der Stein wird von einem magischen Trishul (Dreizack) und einer Riesenschlange bewacht. Bhatia muss den Stein fallen lassen. 73 Jahre lang bleibt er verschollen. Just in dem Jahr, in dem er Ganga wieder herbeirufen könnte, kommt ihm ein Professor auf die Spur und benachrichtigt seine Schülerin Swapna (Namrata Shirodkar) in Amerika. Dann wird er von den Schergen des mittlerweile 99-jährigen Bhatia (Tinnu Anand) ermordet. Swapna reist nach Indien und trifft den wackeren Anji (Chiranjeevi), der durch Zufall auf den Stein stösst und ihn zu seinem Guru bringt. Doch der gierige Bhatia ist ihnen bereits auf der Spur.
Review
Vier Jahre lang sollen die Macher an dem Telugu-Film "Anji" gearbeitet haben. Das Budget explodierte und soll am Schluss bei 25 crore (250 Millionen Rupien) gestanden haben. Dieser Betrag war kaum mehr einzuspielen und da der Film auch nicht umwerfend lief, warf "Anji" Verlust ab. Die Intro-Sequenz mit dem Stein in der Höhle ist ein Ripoff der Eröffnungsszene von "Raiders of the Lost Ark", es folgt die Busreise mit Schlammrutschbahn aus "Romancing the Stone". Gegen Schluss häufen sich die eklatanten Diebstähle bei "Indiana Jones and the Last Crusade": Eine Person wird tödlich verwundet (im Original: Sean Connery) und der Held muss die unsterblich machende Flüssigkeit aus einem Tempel holen, der voll gespickt ist mit Fallen. Kommt euch bekannt vor? Es geht noch weiter: Die Fallen lassen sich wie im Original überlisten, bloss haben die Macher von "Anji" "Last Crusade" nicht mehr so präsent und verwechseln die Prüfung mit dem Namen Gottes und jene mit dem "Augen können täuschen"-Motiv.
Was überzeugt denn überhaupt noch? Der Star. Chiranjeevi wird mit grossen Lettern als "Megastar" aufgelistet und er macht der Bezeichnung alle Ehre. Er hat Charisma und Energie und tanzt wie ein Derwisch. Miss India 1993 und Bollywood-Schauspielerin Namrata Shirodkar (Bride and Prejudice) ist in der Kathleen Turner / Kate Capshaw-Rolle etwas unterfordert. Und Bollywood-Schurke Tinnu Anand chargiert genüsslich.
Die Songs sind attraktiv bebildert, nicht immer ideal platziert und souverän betanzt, auch wenn Chiranjeevi hin und wieder seine Glieder ein wenig zu stark schüttelt. Die Lieder selbst kann ich nicht beurteilen, da ich versehentlich die die in Hindi synchronisierte DVD gekauft habe, im Glauben, es sei ein Bollywood-Film. Die Lieder sind dubbed und dies nicht immer gut. Im Original klingen sie sicherlich besser, könnten die mittelmässige Bewertung aber auch kaum verbessern: "Anji" ist aufwändig, ist knallig und teilweise auch richtig unterhaltsam - doch mit hemdsärmlig zusammengeklautem Plot, einem nicht immer überzeugenden Effekte-Overkill und schwach ausgearbeiteten Nebenfiguren reichts nicht zu einem "gut".
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Beitrag #6 - erstellt: 02. September 2007
Dum (2003)


Blutige Rache
Mit Vivek Oberoi und Dia Mirza
in Hindi sowie mit deutscher Synchronisation.
Vertrieb: EuroVideo

Story
Der couragierte Uday (Vivek Oberoi) und sein bester Freund Mohan (Sushant Singh) trainieren hart, um ins Polizeicorps aufgenommen zu werden. Weil der Offizier Raj Dutt Sharma (Mukesh Rishi) alle Bewerber, die eine Verbindung zu mächtigen Männern haben, ablehnt, werden sie als Kandidaten aufgestellt. Das Glück scheint für Uday komplett, als er sich auch noch in Kaveri (Dia Mirza), die schöne Schwester seines zukünftigen Schwagers verliebt. Bei einem nächtlichen Spaziergang geraten die beiden an einen betrunkenen Pöbler. Es kommt zum Streit, in dem Uday den Typen übel verprügelt. Er ahnt nicht, dass es sich bei dem Mann um den korrupten Inspektor Shankar (Atul Kulkami) handelt. Der erklärt Uday den Krieg und lässt sich von nichts aufhalten.
Review
Shooting-Star Vivek Oberoi zeigte sich Ende 2002 in Saathiya von der sanften Seite und nur ein paar Wochen später in "Dum" gleich von seiner ganz harten. Vivek überzeugt in beiden Rollen - und er ist vielleicht auch der wichtigste Grund, sich den Rachethriller "Dum" anzusehen. Sein Duell mit Atul Kulkami (Chandni Bar) ist intensiv und dank E. Nivas' zu Beginn pulsierender Regie fiebert man mit. Es gibt am Anfang nur zwei (hippe) Songs, danach konzentriert sich der Film voll auf die Story. "Dum" hatte alle Komponenten, zu einem soliden 3er-Film zu werden, wenn nicht sogar noch mehr. Doch nach der Hälfte der Laufzeit (165 Min.) ging es langsam bergab. Die Handlung kommt nicht mehr vom Fleck, es wird einfach nur noch "gegenseitig gerächt". Noch schlimmer: Nun platziert Nivas völlig uninspiriert drei Songs. Der letzte, eine ziemlich sexy Nummer, ist schlicht unverzeihbar. Alle Spannung schwindet. Doch es kommt noch viel schlimmer. Die letzte halbe Stunde ist entsetzlich dämlich. Die Handlung stottert, die Logik wird ausgesetzt und mündet in einen hirnverbrannten "wer mutig und rechtschaffend ist, gewinnt immer"-Schluss. Fragen, die aufkommen, sind etwa: Wer hat den doofen Plan ausgeheckt, Shankar zu überführen? Wieso bringt niemand Kaveri in Sicherheit? Wieso wird der brutale Killer Babu (Yashpal Sharma, Lagaan) plötzlich zum Helden? Wie kam Sharma frei? In diesen letzten Minuten verspielt Nivas alles Kapital. "Dum" rutscht zu einem Film ab, den ich irgwendwo zwischen 1½ und 2 bewerten würde. Wieso nicht geradlinig Udays Rache mit ein zwei Rückschlägen zu zeigen - anstatt den Spiess mindestens vier mal wieder umzudrehen? Das ist so ermüdend! Nur weil die erste Hälfte gut und die Akteure durchs Band solide sind, kriegt der Film seine 2½ Sterne. Eine Enttäuschung bleibt er dennoch. Obwohl "Dum" damit der erste Flop in Viveks noch junger Karriere ist, wird er ihn überleben, da seine Leistung ja zweifellos überzeugend ist.

© Text Marco, molodezhnaja
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Beitrag #7 - erstellt: 02. September 2007
Ek Khiladi Ek Haseena (2005)


Ein tödliches Spiel
Mit Fardeen Khan, Koena Mitra, Kay Kay Menon und Feroz Khan
in Hindi (Songs untertitelt) und deutscher Synchronisation.
Vertrieb: EuroVideo

Story
Der Betrüger Arjun Verma (Fardeen Khan) und sein Kumpel Rohit (Rohit Roy) nehmen einem Bankkunden 300'000 Rupien ab. Wenig später ist Rohit tot, denn ihr Opfer arbeitet für den Gangsterboss Sikander (Gulsha Grover). Der hat sich eiskalt gerächt. Er schickt seinen Killer Kaif (Kay Kay Menon) zu Arjun und zwingt ihn, zu ihm zu kommen. Sikander möchte nämlich auch das Geld plus Zins zurück. Dumm nur, musste Arjun dieses der Polizei übergeben. Also verspricht er Sikander, das Geld per Gaunerei zurück zu holen - und bekommt Kaif als Begleiter aufgezwungen. Kaif, Arjun und seine Kollegen Bhatia (Mukhul Dev) und Jack (Amin Hajee) haben bald auch die schöne Psychologin Natasha Kapoor (Koena Mitra) am Hals, die von Arjuns Tricks so fasziniert ist, dass sie sich ihnen anschliesst. Doch die Truppe bekommt bald Probleme und durch eine Reihe ungemütlicher Zwischenfälle müssen sie sich letztendlich ein grösseres Ziel aussuchen: Den steinreichen Gangsterboss Jehangir Khan (Feroz Khan). Dass der CBI-Cop Serdasai (Sharad Kapoor) Arjun auf den Fersen ist, macht die Sache auch nicht einfacher.
Review
Rediff beendet seine Kritik von "Ek Khiladi Ek Haseena" mit den Worten "is not a rip-off of an English DVD you might have rented last week".
Wirklich inspiriert ist die Neuverfilmung von Regiedebütant und Drehbuchautor (Karam, Janasheen) Suparn Verma allerdings auch nicht: Die Spannung brennt auf Sparflamme, die schauspielerischen Leistungen sind durchwachsen, der Humor bleibt matt, die Songs enttäuschen, die "Red Bull"-Schleichwerbung nervt. Selbst die Überraschungen und Wendungen, die das Original reizvoll machten, wirken hier oft forciert und zum Schluss bloss noch unglaubwürdig. Da einfach nie jemand einem anderen trauen darf, verlieren auch wir Zuschauer den Glauben an die Echtheit des Gesehenen - und so schwindet das Interesse bis es zum Schluss auf null gesunken ist.
Fardeen Khan gibt sich Mühe in der Hauptrolle, ist jedoch einer der grossen Schwachpunkte. Er wirkt desinteressiert oder er kanns einfach nicht besser. Seine Partnerin ist die schöne Koena Mitra, die ironischerweise schon in Musafir dabei war.
Fardeens Papa Feroz Khan kommt spät ins Spiel - und das ist gut so. Der Altstar chargiert, dass sich die Balken biegen und hat mit seinem Sohn, wie in ihrer ersten gemeinsamen Arbeit Janasheen, keinerlei Chemie - sie haben auch nur eine einzige, fade Szene miteinander. Der beste im Team ist demnach Kay Kay Menon. Der stets verlässliche Schauspieler war auch schon besser, sticht aber aus diesem Ensemble spielend heraus. Gulshan Grover ist auch schön schmierig. Die restlichen Nebendarsteller sind passabel, die sexy Girls Mumait Khan, Zabyn Khan und Rakhi Sawant absolvieren eine kurze Item Number im Song "Akhiyan Na".
Doch "Ek Khiladi Ek Haseena" ist wohl auch kein Schauspieler-Film. Er böte Platz für gute Leistungen, doch auch ohne diese kann man sich immerhin noch auf den Plot und die Noir-angehauchte Machart konzentrieren. Die Twist-übersähte Handlung ist ja im Kern sicherlich nicht übel, etwas pfiffiger und straffer inszeniert, hätte sie tatsächlich zum Thriller getaugt. Und die Inszenierung ist weitgehend ansprechend. In den Songs gehen Verma und seine Mitarbeiter über Bord und servieren geballte Ladungen an Sex - so etwa halbnackte Tänzer im Regen oder eben Fardeen und Koena beim innigen Beisammensein.
Als Ganzes ist "Ek Khiladi Ek Haseena" deshalb schlicht und einfach Durchschnitt.
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Beitrag #8 - erstellt: 02. September 2007
Girlfriend (2004)



Mit Isha Koppikar, Amrita Arora und Aashish Choudhary
in Hindi mit deutschen Untertiteln sowie deutscher Synchronisation.
Vertrieb: MIG

Story
Tanya (Isha Koppikar) und Sapna (Amrita Arora) sind die besten Freundinnen seit ihrer College-Zeit. Sie wohnen zusammen, feiern zusammen, schlafen sogar im gleichen Bett. Doch während Tanya tatsächlich sexuelle Gefühle für Model Sapna hegt, ist sie zu naiv, um dies zu erkennen. Als Tanya zwei Wochen weg ist, verliebt sich Sapna denn auch prompt in Rahul (Aashish Choudhary). Tanya kehrt zurück und sieht in Rahul natürlich einen Rivalen um die Gunst ihrer Geliebten. Sie beginnt zu intrigieren und gebraucht immer härtere Mittel, um Sapna zurückzugewinnen.
Review
Karan Razdan (Hawas) weiss, wie er einen Film promoten muss. Vor dem Start wurde "Girlfriend" als erster Lesbenthriller Bollywoods angekündigt, was einigermassen richtig ist, war Fire doch eine Arthaus-Produktion, die sich eher um Emanzipation als Homosexualität drehte. Die Moralapostel verdrehten bei "Girlfriend" dementsprechend bereits die Köpfe. Und als der Film dann startete, gab es Proteste, u.a. von "Bharatiya Vidyarthi Sena"-Aktivisten in Mumbai, die Poster anzündeten und Kinos stürmten. Doch das Ganze ist viel Lärm um wenig: "Girlfriend" ist kein schockierender Film, bloss ein durchschnittlicher. Aber immerhin einer, mit einer neuen Form von Liebesdreieck ins Bollywood-Kino einführt: Frau liebt Frau, die Mann liebt. Diese Geschichte hat Razdan selbst erlebt: Eine Frau wollte dem Ärmsten seine Geliebte ausspannen. Damit ist bereits klar, dass die Lesbe im Film nicht gut wegkommt.
Gespielt wird sie von "Khallas"-Girl Isha Koppikar, die ganz am Anfang einen Abfluss reparieren darf. Sie verprügelt Typen, trinkt wie ein Kerl und intrigiert, um ihre Liebe zurückzugewinnen. Erst wenn sie zum Schluss zur Psycho-Bitch mutiert, wird ihre Figur verraten. Dann merkt man, welchen Hass Razdan auf Lesben hat. Das Wort "Lesbe" wird wohl zum ersten Mal im indischen Kino offen ausgesprochen, danach zoomt die Kamera dramatisch auf Ishas Gesicht und sie erklärt, sie sei ein "Mann gefangen im Frauenkörper". Super, da hat jemand Homosexualität nicht kapiert. Aber Razdans Vorstellung passt besser in die hinduistische Kultur: Eine Person hat schlechtes Karma und wird wiedergeboren im falschen Körper. Dass eine Frau eine Frau bzw. ein Mann einen Mann wirklich lieben kann, dieses Konzept muss erst noch in manchen indischen Kopf rein. "Girlfriend" wird das Denken diesbezüglich sicher nicht weitertreiben.
Vielmehr zementiert er die Klischees. Isha ist zwar gut, doch ihr Verhalten ist stereotyp. Die schöne Schauspielerin hat ein paar Kilo zugelegt, was aber gut passt, da sie maskulin spielen muss. Ich vermute, da liegt der wahre Schock für die Protestierenden: Eine Frau nimmt eine Männerrolle ein, prügelt, säuft, schützt ihre Geliebte.
Und dann sind da die Songs. Die sind wirklich nicht übel. "Suno To Jaana" ist mässig, hat aber einen lüpfigen Beat. Er ist billig inszeniert, zeigt die beiden Girls aber beim sexy Tanzen. Nicht sonderlich verrucht. "Tere Chehre Se" überzeugt bei Rhythmus und Melodie, die Präsentation ist indes durchschnittlich. Es folgen zwei recht gute Nummern: "Thodi Thumse Shararat" und "Hamara Dil". Erstere ist mit Isha extrem sexy inszeniert (Aashish darf sogar Champagner von ihrem Ohrläppchen nippeln), die zweite überzeugt mit Ferien-Look auf Mauritius. Den Abschluss macht der Lovemaking-Song "Bhigi Bhigi Hai", bei dem sich die Girls betatschen. Dies passiert zweimal im Film. Sie küssen sich fast, fassen sich an etlichen Körperpartien an. Sehr elegant gemacht, nicht sonderlich verrucht - aber sicher ausgesprochen gewagt fürs indische Kino. Ich bewundere Isha dafür, dass sie immer wieder solche mutigen Rollen annimmt.
"Girlfriend" ist ein plump gemachter Film, der nichts für die Emanziptation der Homosexuellen in Indien tut. Vielmehr ist das Thema ein gelungener Aufhänger für ein "Fatal Attraction"-mässiges Liebesdreieck. Ein wenig Sex, ein wenig Thrill, ein wenig Drama - hübsch und belanglos angerichtet. Am besten ist der Film, wenn die Frauen traditionelle Männer-Rollen übernehmen und wenn er andeutet, was die indische Gesellschaft alles unter den Teppich kehrt.
(review gekürzt - alles hier nachlesen )

© Text Marco, molodezhnaja
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Beitrag #9 - erstellt: 02. September 2007
Hey Ram (2002)


Augenblicke der Zärtlichkeit
Mit Kamal Haasan, Rani Mukherjee und Shahrukh Khan
in Hindi mit deutschen Untertiteln sowie mit deutscher Synchronisation.
Vertrieb: MIG / EuroVideo
* ohne Pascal Breuer als Shahrukh Khan

Story
1946: Bei Unruhen in Calcutta wird Aparna (Rani Mukherjee), die Frau des aus Madras stammenden Archäologen Saketh Ram (Kamal Haasan), von Muslimen vergewaltigt und ermordet. Inmitten der andauernden Konfrontationen zwischen Hindus und Muslimen sucht Ram die Mörder und tötet einige von ihnen. Fortan plagen ihn Visionen seiner Frau - aber auch der Männer, die er getötet hat. Ram heiratet später wieder, doch Aparna bleibt seine grosse Liebe. Ihr Verlust treibt ihn immer weiter in die Arme der radikalen Hindus. Letztendlich findet er sich in einer Gruppe wieder, welche die vermeintliche Wurzel allen Übels auslöschen will: Mahatma Gandhi, den sie als Moslem-Unterstützer und damit als Feind sehen. Ram soll den Mord ausführen.
Review
186 Minuten Lauflänge sind für das preisgekrönte Drama des südindischen Megastars Kamal Haasan zwar etwas gar lang, aber es behandelt das ebenso interessante wie kontroverse Thema bleibt stets spannend. In Indien sorgte der Film für ziemliche Unruhe. Zum einen wegen zwei Sexszenen, die für westliche Augen völlig harmlos sind, nach Bollywood-Normen jedoch anstössig. Noch mehr Aufsehen erregte natürlich der Inhalt. Für die einen wurde das Mythos Gandhi demontiert (wenngleich ein Film wie Legend of Bhagat Singh dies viel krasser tat), anderen passte die Aufarbeitung des hinduistisch-muslimischen Zusammenlebens nicht. Tatsächlich erscheinen Muslime anfänglich deutlich als die Bösen. Der Schluss relativiert alles, doch ein Nachgeschmack bleibt.
Zum Glück spielt Superstar Shahrukh Khan (mit Bart) die kleine, aber feine Rolle von Rams bestem Muslim-Freund. Er reisst das Steuer herum und gibt den Muslimen vorher verlorenen Boden zurück. Shahrukh ist definitiv eines der Highlights im Film. Rani agiert ebenfalls vorzüglich in der noch kürzeren Rolle - und ihr Abgang rührt zu Tränen: Er ist auch sehr brutal. Rani wirkt ungeschminkt und natürlich und ihre "Sexszene" mit Kamal passt blendend in den Film. Weitere erwähnenswerte Rollen spielen die Altstars Hema Malini und Om Puri. "Hey Ram" ist dank seiner Inszenierung, der Brisanz und dem starken Spiel der Akteure fast schon ein "Must See"-Film des indischen Kinos. Obwohl ich noch etwas mehr Power erwartet habe, nimmt er in der Bollywood-Liga dennoch einen oberen Rang ein.

© Text Marco, molodezhnaja
www.molodezhnaja.ch

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Beitrag #10 - erstellt: 02. September 2007
Holiday: Indian Dancing (2006)



Mit Dino Morea, Onjolee Nair, Kashmira Shah und Gulshan Grover
in Hindi mit deutschen Untertiteln sowie deutscher Synchronisation.
Vertrieb: MIG

Story
Muskan (Onjolee Nair) reist mit ihrer kleinen Schwester Samara (Nauheed Cyrusi), ihrem Vater Daksh (Gulshan Grover) und ihrer Mutter Nandini (Anahita Oberoi) nach Goa. Während Samara dort schnell Anschluss bei der Ferien machenden Teenie-Elite findet und sich den Hoteliers-Sohn Shuli (Sanjit Bedi) anlacht, bleibt Muskan einmal mehr die Aussenseiterin. Bis sie der Kellner Ankur an eine Party mitnimmt und Muskan den Salsa-Lehrer Dino (Dino Morea) beim Tanzen mit der heissen Alysha (Kashmira Shah) beobachtet. Fortan folgt sie dem Paar, wann immer sie kann und erfährt, dass Alysha schwanger ist - von Shuli. Muskan will helfen: Sie organisiert Geld für eine Abtreibung und springt für Alysha als Tänzerin ein. Dazu muss Dino sie aber erst trainieren.
Review
Gleich vorweg: "Dirty Dancing" ist kein wahnsinnig guter Film. Ihr Remake "Holiday" ist dem Vorbild in allen Belangen unterlegen und hat nur einen Vorteil - es ist eine Minute kürzer als "Dirty Dancing". Nach Ek Ajnabee also mal wieder ein Bollywood-Remake, das weniger Zeit benötigt, als ein Hollywood-Original.
Dieser knackigen Lauflänge zum Trotz entwickelt "Holiday" nie echte Spannung. Vielmehr hetzt Regisseurin Pooja Bhatt durch die Ereignisse. Sie lässt nichts einwirken und ausreifen, sondern springt nur von einem Schlüsselmoment zum nächsten, in einem Drehbuch ihres Vaters Mahesh Bhatt, das seiner Bezeichnung kaum gerecht wird. Es handelt sich wirklich nur um plumpes Abschreiben des Originals. Etliche der bekanntesten Momente sind drin, bloss weniger knackig, weniger schön - und vor allem weniger neuartig. Es ist traurig, zu sehen, dass die Bollywood-Version selbst in den Stärken des indischen Mainstreamkinos nicht trumpfen kann: Tanz und Musik sind in "Dirty Dancing" besser.
Das ist nicht unbedingt die Schuld der Akteure. Dino Morea liefert eine saubere Tanzleistung und auch die Debütantin Onjolee Nair hat ihre Füsse absolut im Griff. Bhatt weiss bloss nicht, wie sie ihre Tanzszenen richtig packend einfädeln soll. Selbst das grosse Finale, in "Dirty Dancing" ein Moment zum Mitjubeln und Mitfreuen, wirkt hier uninspiriert und hingeklatscht. Trotz gutem Tanz. Abseits des Dance Floor ist Dino der Bessere: Er hat zwar auch in diesem Film Szenen, in denen er etwas abgehalftert aussieht, doch er hat offensichtlich gut trainiert und spielt mit südländischem Charisma. Durch sein italienisches Blut ist er jedenfalls überzeugend besetzt. Nair hingegen bleibt blass und anders als Jennifer Grey, die wirklich das normale Mädchen von Nebenan verkörperte, das es zu Grossem bringt, wirkt sie wie das übliche "schöne hässliche Entlein", das lediglich mit einer Brille "entstellt" wird und im Nu zum Starlet reift. Wirklich nahe geht einem dieses Mädel nie.
Unter den Nebendarstellern sind zwei eine Erwähnung wert: Kashmira Shah (Revati) ist heisser als ihr Vorbild Cynthia Rhodes und macht sich nicht schlecht. Gulshan Grover ist ebenso ein guter Ersatz für den 2004 verstorbenen Jerry Orbach - auch wenn dessen Dynamik mit Jennifer Grey deutlich besser war als jene hier. Das liegt wieder an Pooja Bhatt. "Holiday" ist ihre zweite Regiearbeit und dramaturgisch schwächer als ihr auch nicht sonderlich überzeugender Erstling Paap. Sie hat den Spannungsaufbau nicht im Griff, sie erzeugt kein Knistern, kein Mitfühl-Moment. Nur die Akteure retten sie vor dem kompletten Desaster, indem sie sich hübsch zusammenschmiegen und so ein paar sexy Bilder liefern. Überhaupt sind die Aufnahmen nicht übel: Goa liefert einen attraktiven Hintergrund, ausser am Anfang, wenn der Ferienort düster und verregnet wirkt.
Und die Musik? Anders als "I've Had the Time of My Life" oder "She's Like the Wind" dürften diese 08/15-Stücke innert Wochenfrist wieder vergessen gegangen sein. Sie passen zu den Bildern und gehen angenehm ins Ohr, doch sie bleiben nie hängen.
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Beitrag #11 - erstellt: 02. September 2007
Hum Kisi Se Kum Nahin (2006)


Der Chaos-Doktor
Mit Sanjay Dutt, Aishwarya Rai, Amitabh Bachchan und Ajay Devgan
in Hindi mit deutschen Untertiteln sowie mit deutscher Synchronisation
Vertrieb: MIG

Story
Munna Bhai (Sanjay Dutt) ist der mächtigste Unterweltboss von Mumbai. Während er einen Betrüger aus den eigenen Reihen verfolgt, rennt er in die bildschöne Komal (Aishwarya Rai) - und verliebt sich Hals über Kopf in sie. Sie will nichts von ihm wissen, aber er kriegt sie nicht mehr aus dem Sinn. Er kann nicht mehr arbeiten, nicht mehr schiessen, nicht mehr töten. Also sucht er den Arzt Dr. Rastogi (Amitabh Bachchan) auf, der ihn aufklärt, er habe sich verliebt und Heilung sei nur möglich, wenn Munna sie für sich gewinnen würde. Weder Munna noch Rastogi ahnen, dass die Angebetete niemand anderes ist als Rastogis jüngere Schwester! Als Munna seine Avancen startet, stösst er auf ein Problem: sie hat schon einen Lover - Raja (Ajay Devgan). Und dem schuldet Munna noch einen Gefallen.
Review
Regisseur David Dhawan (Biwi No. 1) und Drehbuchautorin Robin Bhatt (Ajnabee, Mela, Talaash) kopieren mit "Hum Kisi Se Kum Nahin" ziemlich schamlos den US-Hit "Analyze This". Der Film konzentriert sich weniger auf die Gags (von denen ein paar 1:1 nachgespielt werden), als auf das Beziehungswirrwarr, das aus der Ausgangslage entsteht. Amitabh Bachchan mag zwar etwas seltsam besetzt sein als Aishwarya Rais älterer Bruder und Billy-Crystal-Ersatz, doch der Altstar eignet sich die Rolle brillant an und kreiert einen ganz neuen Charakter. Gleiches gilt für Sanjay Dutt, der eher ein Michael Madsen ist, als ein Robert De Niro - aber auch ihm nimmt man sehr gut ab, dass er ein Mafioso-Don ist, ohne dass man viel davon je sehen würde. Und er ist fast schon eine Selbstparodie wie damals bei De Niro. Zudem hat er mit Amitabh eine klasse Chemie. Bei den Jüngeren stiehlt Aishwarya wie zu erwarten allen die Show. Niemand fällt süsser in Ohnmacht als Miss Rai - und wenn sie im Minirock zum Tanz ansetzt, schmelzen Männerherzen. Eine ausgelassene, liebevolle Performance. Ihr Gegenüber Ajay Devgan ist in einer solchen Rolle zwar gewöhnungsbedürftig, aber letztendlich überzeugend.
Das kitschige Ende, die Überlänge, eher schwache Songs sowie ein paar laue Gags ziehen die Wertung dagegen nach unten. Man fragt sich auch, ob es wirklich nötig war, einen Film wie "Analyze This" zu kopieren. Wie auch immer - er unterhält gut. Und besser als Analyze That ist er sowieso.

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Beitrag #12 - erstellt: 02. September 2007
Karam (2005)


Liebe und Hass
Mit John Abraham und Priyanka Chopra
in Hindi (nur Songs untertitelt) und deutscher Synchronisation.
Vertrieb: EuroVideo

Story
John (John Abraham) arbeitet als Killer für den psychopathischen Gangsterboss Captain (Bharat Dabholkar). Für seinen neusten Auftrag bricht Scharfschütze John mit zwei Kollegen in eine vermeintlich leer stehende Wohnung ein, um von dort aus ein Opfer zu erschiessen. Das Attentat gelingt, doch just in dem Moment kommt die Familie, die in der Wohnung lebt, nach Hause. Es kommt zu einem Blutbad, das nur die jüngere Tochter überlebt. John ist davon so mitgenommen, dass er aussteigen will und mit der Sängerin Shalini (Priyanka Chopra) ein neues Leben beginnen möchte . Doch der Captain verlangt von ihm noch einen letzten Job: Fünf Ziele. John weigert sich, weshalb Captain Shalini entführten lässt. John bleibt keine andere Wahl, als die vier Kerle und den Boss Yanus Ismail (Vishwajeet Pradhan), den schwulen Rivalen des Captains, umzulegen. Dabei wird John bereits von ACP Wagh (Shiney Ahuja) und seinen Mannen verfolgt.
Review
Sanjay F. Gupta macht wenigstens ein paar Dinge richtig in seinem Regiedebüt "Karam". Der Kameramann von Filmen wie Mujhse Shaadi Karogi und Qayamat (von "Karam"-Produzent Harry Baewja) weiss, wie man Shots cool arrangiert und er kennt definitiv die Vorbilder von John Woo bis Kill Bill. Sein Versuch, diese zu indisieren münden im bisher besten Heroic Bloodshed Film der Marke Bollywood. Was aber noch kein gigantisches Kompliment ist.
Blut gibts definitiv genug. Schon eine frühe Sequenz, die ähnlich jener in Kill Bill, Volume 1 animiert ist, gehts zur Sache. Wenig später wird eine Familie in "Léon"-Manier dahingemetzelt. Inklusive dem unschuldigen, weiss bekleideten Töchterchen. Soweit geht nicht mal Hollywood gerne. In der Folge gibts alles von aufgeschnittenen Pulsadern über eingeschlagene Köpfe und abgeschnittene Daumen. "Karam" ist auf jeden Fall nicht zimperlich. Stilistisch ist die Annäherung an die Bullet-Operas Hongkongs jedoch nur halbherzig gelungen. Eine Waffe in jeder Hand, ein paar Vögel in Slow Motion und Blutvergiessen alleine machen diese Ästhetik eben nicht aus. Aber bis auf ein paar schreckliche Drahtseil-Stunts gibt es nur wenige Passagen, die diesbezüglich komplett missraten sind.
Doch zurück zum Stil, der wohl den Grossteil von "Karam" ausmacht. Gupta hält sich in Sachen Stilwichserei etwas mehr zurück als sein Namensvetter Sanjay Gupta in Filmen wie Musafir (für den er ursprünglich als Regisseur vorgesehen war), doch der Musikvideo-Filmer bedient sich trotzdem einem Übermass an technischen Spielereien. Unnötige Jump-Cuts, Zeitraffer, Zeitlupe und sogar Farbwechsel. Während die mit Farbtupfern durchzogenben Schwarzweiss-Passagen in Träumen und melancholischen Songs Sinn machen, gibt es auch Szenen, die einfach so die Farbe wechseln - weils halt cool aussieht (10). So etwas kann man attackieren, man kann es aber auch einfach akzeptieren. Die Szenen für sich sind hübsch, also braucht man kaum zu nörgeln.
Ebenfalls zum Stil würde ich die Songs zählen, denn hier ist Gupta mit seinem Background natürlich zu Hause. Die meisten Nummern sind in Bild und Ton sehr ansprechend, sei es der heisse Disco-Track "Har Gam Ko" oder der an einer bedrückenden Stelle eingesetzte "Le Jaa" mit seinem ungewohnt tiefen Gesang. Ein Film wie "Karan" kann an Songs zu Grunde gehen, Gupta fügt sie aber sehr gut ein - und verdient dafür gleich mal Applaus. Auch für seinen Mut, mal nicht das immer Gleiche zu drehen und auch beim roten Körpersaft nicht zu sparen. Doch der Actionthriller ist nichtsdestotrotz ein Abklatsch besserer Kugel-Opern der Herren Woo & Co. Wieso die ganze Kritikergilde Indiens den Film deshalb so verriss, geht mir nicht ganz in den Kopf. Sie suchten regelrecht Fehler und fanden sie selbst da, wo keine sind. Man kann "Karam" ja viel vorwerfen und er ist wahrlich keine Meisterleistung. Aber anstatt Anschuldigungen unfundiert ins Internet zu plärren, sollten manche Kritiker den Film mal mit offenem Geist akzeptieren. Und ihn richtig ansehen.
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Beitrag #13 - erstellt: 02. September 2007
Khakee (2004)



Das tödliche Gesetz Indiens
Mit Amitabh Bachchan, Akshay Kumar, Ajay Devgan und Aishwarya Rai
in Hindi (nur Songs untertitelt) sowie deutscher Synchronisation
Vertrieb: EuroVideo

Story
Im Haus des muslimischen Arztes Iqbal Ansari (Atul Kulkarni) werden Waffen gefunden. Damit ist klar, dass er ein Terrorist ist. Er wird verhaftet und soll von Chandangadh nach Mumbai überführt werden. Der Konvoi wird angegriffen, es gibt Tote. Nun soll DCP Anant Kumar Shrivastav (Amitabh Bachchan) mit einem Team den Gefangenen transportieren. Mit dabei sind unter anderem der korrupte Senior Inspector Shekhar Sachdev (Akshay Kumar) und der gesetzestreue Frischling Sub-Inspector Ashwin Gupte (Tusshar Kapoor). Unterwegs erfahren sie, dass die schöne Sozialarbeiterin Mahalaxmi (Aishwarya Rai) den Mann identifizieren kann, der den Konvoi angegriffen hat. Deshalb muss sie mit den Cops nach Bombay mitfahren, um vor Gericht auszusagen. Doch der, den sie erkannt hat, verfolgt sie erbarmungslos: Angere (Ajay Devgan), der Anant noch aus seiner Vergangenheit kennt ...
review
Die Erwartungen an "Khakee" waren riesig - nicht nur von meiner Seite. Ein tolles Staraufgebot, ein talentierter Regisseur, klasse Songs. Doch ich kam bei dem Cop-Thriller einfach nie ganz auf Touren. Es ist ein solider Film mit Passagen von wahrer Grösse - die aber wieder abgewertet werden durch Überlänge, Pathos und schlichte Langeweile. Die Handlung ist ziemlich geradlinig. Ein paar Cops, ein Verfolger und ein paar schwarze Schafe. An diesem Plot hängt Santoshi aber noch so manches andere Thema an: Korruption, Terrorismus, Rache, Liebe, Verrat. Und Musik. Es gibt nur drei Songs in "Khakee" und ich finde alle drei geil. Der erste ist "Dol Dooba", der mit einem Filter speziell bearbeitet wurde und in eine Art Filmdreh im Film ist. Toller Song, etwas kurz. Dann kommt die wunderschöne Ballade "Wada Raha". Auch sie etwas kurz, aber visuell verfeinert mit Freeze-Effekten (Teile des Bildes werden eingefroren) - und mit Aishwarya. Sie ist so süss in der Nummer. Zuletzt kriegt Lara Dutta ihre Item Number im Techno-Stück "Aisa Jadoo". Ganz okay. Aber braucht der Film die Songs überhaupt?
Darüber werden sich die Geister scheiden. Wer meint, "Khakee" sei ein tougher, spannender Cop-Thriller, der wird die Songs hassen. Ich bin aber eben der Meinung, "Khakee" sei gar nicht sooo spannend - und dann sind die Songs eine willkommene Abwechslung. Sie sind akzeptabel platziert, unterbrechen zwar den Rhythmus des Films, aber wenigstens passiert mal was. Ansonsten wird in "Khakee" nämlich vor allem geredet. Amitabh Bachchan hat sicher ein halbes Dutzend grosse Monologe, in denen er gegen korrupte Politiker und Cops wettert oder die Ehre des Corps hochhält. Ich sags mal so: Zwei solcher Reden hätten gereicht. Irgendwann hatte ich die Nase davon gestrichen voll. So gings wohl auch Santoshi: Als Amitabh einmal einem Cop die Leviten liest, sagt dieser danach ohne Emotionen "danke, dass sie mir wieder gezeigt haben, was meine Pflicht ist." So schnell kann eine Diskussion vorbei sein ...
Der einzige Comic Relief kommt von Akshay. Seine Flirts mit Aishwarya sind die einzige Auflockerung. Und das führt mich unwiegerlich zu den Akteuren: "Khakee" ist ganz Amitabhs Film. Ohne Bart meistert er die schwere Rolle mit Bravour. Er ist geboren, solche Pathos-reichen Dialoge aufzusagen und seine Augen fangen dabei regelrecht Feuer. Selbst ein wenig Glaubwürdigkeit wurde in seinen Charakter gebracht: Als er den Fiesling mal verfolgt kommt er ins Keuchen und muss aufgeben. Normalerweise scheinen Bollywood-Stars das Alter ja nicht zu spüren. Ein Keuch-Anfall ist eine willkommene Abwechslung. Am Schluss geht Amitabhs Schwäche fast wieder vergessen - und wenn er dann doch zu husten beginnt, stellt Santoshi unverständlicherweise auf Schnelldurchlauf, womit es ausieht, als torkle der Star benommen durch die Landschaft. Sehr albern.
Big B ist also top. Akshay ist auch gut. Er und Amitabh haben die besten Einführungs-Szenen (beide schlafend...) und auch der Humor des Khiladi ist gelungen. Er flirtet gut mit Aish, ist überzeugend in der Action. Und gegen wen kämpfen sie? Darf man das sagen?
Die Musik ist eindrücklich, die Action sehr überzeugend. Nur zweimal sah ich bei Actionszenen die Seile, die vergessen wurden, wegzuretouchieren.
Fazit - "Khakee" lohnt sich.
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Beitrag #14 - erstellt: 02. September 2007
Maine Pyaar Kyun Kiya (2004)


Warum habe ich mich verliebt?
Mit Salman Khan, Sushmita Sen, Sohail Khan und Katrina Kaif
in Hindi sowie mit deutscher Synchronisation.
Vertrieb: EuroVideo

Story
Der Arzt Sameer (Salman Khan) ist ein Casanova. Sein bester Trick, um Frauen an sich zu binden: Er gibt vor, verheiratet zu sein. Das hat er auch bei seiner momentanen Freundin Sonia (Katrina Kaif) getan. Doch nun sind die zwei ein richtig festes Paar und Sonia will, dass Sameer sich scheiden lässt. Zudem will sie die Dame sehen. In der Not bittet Dr. Sameer seine Praxisassistentin Naina (Sushmita Sen) um Hilfe. Sie gibt sich als seine Gattin aus - doch fortan türmen sich die Missverständnisse: Sonia glaubt, ihr Schatz habe Kinder mit Naina, Sameers Mutter (Beena Kak) taucht auf und ist schockiert, dass sie weder zur Heirat noch zur Scheidung eingeladen wurde. In all dem Trubel merkt Sameer nicht, dass Naina echte Gefühle für ihn empfindet. Und dass Sonia ununterbrochen mit ihrem frechen Nachbarn Pyaare (Sohail Khan) flirtet.
Review
Die meisten Filme von David Dhawan beruhen auf Lügengebilden, die ein oder zwei durchtriebene Charaktere zu immer komplizierteren Ausreden zwingen. Viel ist an diesem Konzept nicht dran, aber wenn es funktioniert, dann ist es witzig. Voraussetzung dazu ist die altbewährte Technik der Screwball-Komödie, in der nicht gross auf Logik geachtet wird, sondern vielmehr ein Problem zu einem noch viel wilderen Problem führt. Man denke an die klassischen Screwball-Streifen der 40er oder deren 70's-Hommage "What's Up Doc?". Auf diesem Terrain ist Dhawan gut. Wenn er davon abkommt, wie letztes Jahr bei seinem Hit Mujhse Shaadi Karogi, dann langt er manchmal daneben. Dem albernen Plot fehlt die Kettenreaktion - anstatt einer Kette von Ereignissen gibts Chaos. Und das ist einfach weniger witzig.
Deshalb gefiel mit "Maine Pyaar Kyun Kiya" besser als Mujhse Shaadi Karogi. Kaum einer reisst die Augen mit solchem Entsetzen auf wie unser Salman. Diesmal muss er die Leinwand auch nicht mit einem Co-Star wie Akshay Kumar teilen, denn als Produzent waltete sein Bruder Sohail Khan, der zwar sich eine Nebenrolle auf den Leib schneiderte - aber der Rest ist Salman and the Girls. Und das ist gut so.
Das ideale Gegengewicht zu Salmans schrillem Getue liefert Sushmita Sen. Die Ex-Miss-Universe ist und bleibt eine meiner Favoritinnen in Bollywood und hier beweist sie, dass sie nicht nur als strenge Dame eine Idealbesetzung ist (Samay), sondern auch Comedy perfekt beherrscht. Die Chemie zwischen ihr und Salman ist hervorragend. Etwas anders siehts mit Katrina Kaif (Sarkar) aus. Salmans momentane Herzdame im realen Leben wurde schlecht synchronisiert und spielt nicht gerade engagiert.
In einer kleineren Rolle amüsiert der momentane Comedy-Liebling Arshad Warsi, Isha Koppikar ist als seine Freundin unterfordert und unterverwendet, die Newcomerin Beena Kak ist witzig als Salmans Mutter.
Das ist es denn auch, was ich den halben Film hindurch gemacht habe: schmunzeln. Die grossen Schenkelklopfer sind spärlich gestreut, es dominiert der knapp überdurchschnittliche Dhawan-Witz. Dank den Schauspielern, die jeden Quatsch mitmachen, wird es jedenfalls nie langweilig. Dhawans Inszenierung ist auch angenehm straff, erst in der letzten Viertelstunde geht dem Film die Luft aus. Auch nicht gerade zeitgemäss sind die "Doctor Doctor"-Klänge bei Salmans Auftritten und die "Naughty Naughty Pyaare"-Singerei bei Sohails Auftauchen. Bollywood mag das, aber es sollte endlich aus der Mode kommen. Ich kann ein paar Krähenrufe beim Auftritt des Schurken akzeptieren, aber die akustische Eintrichterung von Charakterzügen geht schnell auf den Sack.
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Beitrag #15 - erstellt: 02. September 2007
Masti (2004)



Seitensprünge lohnen nicht!
Mit Vivek Oberoi, Ajay Devgan, Lara Dutta, Aftab Shivdasani, Ritesh Deshmukh und Amrita Rao
in Hindi sowie mit deutscher Synchronisation.
Vertrieb: EuroVideo

Story
Amar (Ritesh Deshmukh), Prem (Aftab Shivdasani) und Meet (Vivek Oberoi) sind die besten Freunde. Die jungen Männer wollen eigentlich auf ewig Junggesellen bleiben, doch Amar gibt als erster auf - und heiratet. Drei Jahre später steht er völlig unter der Fuchtel seiner herrischen Gattin Bindiya (Genelia D'Souza). Auch Prem hat inzwischen geheiratet - und zwar die schöne Geeta (Tara Sharma), die ihn anbetet wie einen Gott. Etwas, was den Bankangestellten ziemlich nervt. Sogar Weiberheld Meet ist an der Angel. Und wie: Aanchal (Amrita Rao) überwacht ihn nonstop mit ihrem Mobiltelefon. Da beschliessen die drei Männer, wieder Spass in ihr Leben zu bringen. Die Lösung: Seitensprünge. Schon bald haben alle eine schöne Frau am Haken. Doch als sie die Fotos vergleichen, kommt der Schock: sie daten alle die selbe Dame - die heisse Monica (Lara Dutta). Sie hat Fotos von all den Dates und erpresst die Freunde. Jeder muss eine Million auftreiben, sonst kriegen die Ehepartner Wind. Die drei treiben mit Müh und Not das Geld auf, doch bei der Übergabe ist Monica tot! Nun haben die drei Inspektor Sikander (Ajay Devgan) am Hals.
Review
Da der Film günstig produziert ist, landete Indra Kumar (Mann, Ishq) mit "Masti" erst den zweiten wirklichen Hit 2004 nach dem Thriller Murder. "Masti" ist auch ein richtiger Crowd Pleaser. Er ist zwar modern, erreicht aber nie das Niveau des Vorbilds Dil Chahta Hai. Er ist sexy, aber nicht zu erotisch. Er ist funny, aber langt manchmal auch daneben. Sicher kein Film für die Ewigkeit, aber ein grosser Gaudi für 167 Minuten. Der Titel ist eben Programm: Masti - Fun - Spass!
Am Anfang dankt Kumar Regisseur Ram Gopal Varma. Dies wohl, weil er drei Schauspieler ausgeliehen hat, die RGV einen Grossteil ihrer Karriere verdanken: Vivek Oberoi, Aftab Shivdasani und Ajay Devgan. Letzterer tritt nur in einer kleineren Rolle auf, aber er darf hemmungslos cool sein als Cop. "It you ever touch me again, I'll cut off your arm". Ja, das macht doch gleich alles klar, oder? Die anderen Akteure sind auch gut. Sie müssen zwar oft den Kasper machen, aber dies steht im Dienste des Films. Den Jungs schaut man einfach gerne zu und die Mädels - das soll jetzt nicht zu böse klingen - sind dekoratives Beiwerk. Sie stehen abseits der Handlung, sind aber deren Motivation.
Die Geschichte ist passabel. Den "grossen" Twist am Schluss habe ich gerochen. Und einige moralische Statements, die letztendlich den Wert der Ehe hochhalten, kann ich vergeben. Was zählt ist der Humor. Der ist eigentlich in die Story eingebunden. Die einzigen externen Gags liefert Dr. Kapadia, der immer dann auftaucht, wenn Amar mit einem oder zwei seiner Kumpels in einer ungemütlichen Situation steckt. Es sind teils etwas verkrampfte Schwulen-Pointen und die Reaktion der Leute auf ein bisschen Homosexualität ist ätzend - aber man muss Lachen. Und dass die Inder in Sachen gleichgeschlechtlicher Toleranz noch nicht so weit vorgestossen sind, muss man ja nicht vorausschicken. Die Pointen sind jedenfalls nicht völlig geschmacklos. Das gilt für die meisten.
Zu einer solch ausgelassenen Fun-Komödie gehören gute Songs. Da liefert "Masti": "Ek Kunwara" ist eine gute-Laune-Nummer, bei der Vivek und Aftab abtanzen können. "Mast Mast Masti" ist ebenso rassig. "On the roof in the rain" ist deutlich schwächer, doch die regennasse Lara Dutta macht alles wieder weg. Die sexieste Nummer des Films. "Sainyaji baiyan" ist ein hübsch getanzter Gruppensong und "Dil de diya hai" ist eine langweilige Ballade zum Abschluss. Gesamturteil: leicht über Durchschnitt. Dazu der Humor und die gut aufgelegten Akteure - et voilà: ein Bollywood-Spass ohne Anspruch auf Tiefgründigkeit.
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Beitrag #16 - erstellt: 02. September 2007
Mission Azaad / Azaad (2000)


Der indische Zorro
Telugu-Actionfilm mit Shilpa Shetty
in Hindi mit deutschen Untertiteln sowie mit deutscher Synchronisation.
Vertrieb: MIG via EuroVideo

Story
Die Journalistin Anjali (Soundarya) wird Zeugin eines Mordes. Hinter der Bluttat steckt der diabolische moslemische Terrorist Deva (Raghuvaran), der in der Identität eines hinduistischen Gurus zu Macht kam. Um ihn dennoch bestrafen zu können, erfindet Anjali die Figur des Rächers "Azaad". Wenn immer ein Gangster sein Leben lässt, schreibt sie dessen Tod dem imaginären Helden zu, der schnell zu einem Liebling des Volkes avanciert. Von all dem bekommt ein Namensvetter des Helden wenig mit: Chandra Sekhar Azad (Nagarjuna Akkineni), der mit seiner Mutter, seiner Schwester Gauri und seiner Geliebten Kanaka Mahalaxmi (Shilpa Shetty) auf dem Land lebt. Als er für Gauris Hochzeitsarrangements nach Hyderabad reist, fällt er wegen seiner heroischen Taten Anjali auf, die ihn daraufhin überreden will, in die Rolle des Azaad zu schlüpfen.
Review
Nagarjuna ist einer der überregionalen Stars Indiens: er ist im tamilischen Madras geboren, im Telugu-Kino zum Star avanciert und hat im Hindi-Kino Bollywoods ebenso Fuss gefasst. Das Image des Kämpfers für indische Werte und Einigkeit passt also bestens zu ihm. Zu einem solchen mutiert er im Telugu-Actionfilm "Azaad" erst gegen Ende des Films, wenn er den Terroristen und seine Brut zu Brei verarbeitet.
Die Musik von Mani Sharma macht ebenso Laune, cool etwa das schmissige Stück "Koila Koila". Und Shilpa Shetty, obwohl sträflich unterfordert, ist mal wieder eine Augenweide. Ein Film, der die Bollywood-Schauspielerin fröhlich planschend oder knapp bekleidet in den Bergen tanzend zeigt, macht immerhin etwas richtig. Leider spielt sie für den Film eine untergeordnete Rolle. Ebenso wie die blasse Hauptdarstellerin Soundarya, die zwar den Helden erfindet, aber schnell in die zweite Reihe rückt. Ausser Nagarjuna und dem schmierig aufspielenden Raghuvaran sind denn auch alle Schauspieler nebensächlich, ganz besonders Prakash Rajs Cop Saleem und der nervige Comedy-Sidekick. Dass ein Actionfilm nicht primär ein Spielfeld für preiswürdige Schauspielleistungen darstellt, ist natürlich auch klar. Also wie siehts mit der Action aus? Durchzogen. Ein Bus-Absturz früh im Film ist grotesk schlecht, doch spätere Explosionen und Schlägereien machen durchaus eine Gattung. Was der Journalist und Regisseur Tirupati Swamy indes nie ganz in den Griff bekommt, ist die Balance seines Masala-Eintopfs. So sind die Songs fast alle deplaziert und schlecht eingewoben. Die Romantik kommt gar nie auf und gehört zum Balast des Films. Die Schwester-Beziehung, die später im Film so wichtig wird, hätte stattdessen noch ein wenig emotionaler aufgebaut werden können. Der aus dem Nichts kommende "Zorro"-Einschlub ist schwach, da die Kostümierung keinen eigenen Charakter hat und schnell wieder verschwindet. Und vom Schurken, der als übermächtig angepriesen wird, hätte man durchaus ein paar Bösewichts-Aktionen mehr erleben müssen, damit man ihn so richtig hassen lernt. Die Attacke auf den Bus am Anfang, bei dem unschuldige Kinder sterben, toppt der Film danach nie mehr.
Was bleibt ist ein Routine-Reisser mit Hochs und Tiefs. Der holprige Mix aus rabiater Action, dröger Romanze, flotten Songs (einer in der Schweiz) und sperriger Comedy will nie richtig fruchten und bevor ein feuriges Finale dafür entschädigen könnte, verfällt der Film einem kaum erträglichen Chauvinismus. Wie gesagt, wenn die Terroristen einer nach dem anderen abkratzen, ist das bereits aufpeitschend genug und lässt das Herz eines Rächerkino-Freundes anschwellen, doch begleitet von nationalistischen Nebengeräuschen sinkt der Spass daran gehörig. "Azaad" hat sicher seine Momente, doch man muss sie inmitten eines amateurhaft zusammengeflickten Films leider suchen.
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Beitrag #17 - erstellt: 02. September 2007
MunnaBhai M.B.B.S. (2004)


Lachen macht gesund
Mit Sanjay Dutt, Sunil Dutt, Arshad Warsi und Gracy Singh
in Hindi (Songs untertitelt) sowie deutscher Synchronisation.
Vertrieb: EuroVideo

Story
Murli Prasad Sharma (Sanjay Dutt) ist in Bombay bekannt als Munna Bhai - er ist der Anführer einer Gangsterbande. Doch seine Eltern Shri Hari Prasad Sharma (Sunil Dutt) und Parvanti glauben, er sei ein Doktor. Wenn immer die Eltern also zu Besuch kommen, bauen Munna und seine Männer ihr Hauptquartier zum Spital um. Doch diesmal trifft Papa beim Besuch auf deinen alten Kollegen Dr. J. Asthana (Boman Irani). Der schlägt eine Heirat von Munna mit seiner Tochter "Chinki" Suman (Gracy Singh) vor. Vater Sharma akzeptiert. Doch als Asthana erfährt, dass Munna ein Gangster ist, verrät er ihn bei den Eltern. Die Hochzeit platzt, Munnas Eltern sind gedehmütigt und den Sohnemann packt der Ehrgeiz: Er will Arzt werden. Also schreibt er sich am besten College ein, das ausgerechnet von Dr. Asthana geleitet wird. Doch mit seiner unkonventionellen Art und seinem "Magic Hug" macht sich Munna bald beliebt. Auch bei Chinki.
Review
Wer hätte gedacht, dass ein Fast-Remake von "Patch Adams" das Original um Längen schlägt? Zugegeben, der Robin-Williams-Hit ist so schwach, dass man ihn leicht toppen kann, aber Bollywood Hit-Produzent Vidhu Vinod Chopra und sein Regie-Neuling Rajkumar Hirani machen ihre Sache so gut, dass "Patch" dagegen richtig alt aussieht. Das Erstaunlich dabei: Auch "Munna Bhai M.B.B.S." ist zu kitschig und zu lang - doch im Gegensatz zu "Patch" in geniessbarer Dosis. Und wunderbar mit dem Humor verwoben. Ein kleines Juwel unter den Bollywood-Filmen 2003.
Das ist nicht zuletzt Chopras Verdienst, der dem Film technisch schon mal einen überzeugenden Look gab. Zudem machte Chopra als Drehbuchautor die schlaue Entscheidung, die Pointen in die Haupt-Story zu legen, anstatt einen lästigen Sidekick à la Johnny Lever die Gags vortragen zu lassen. Somit können Sanjay Dutt & Co. selbst ihr komödiantisches Talent zeigen. Das bringt mich zum zweiten "Helden" von MBBS: Mr. Sanjay Dutt. Was für eine tolle Leistung. Die Rolle scheint ihm auf den Leib geschrieben und er spielt damit so genüsslich, dass die 155 Minuten im Flug vergehen. Man lacht mit ihm, kämpft mit ihm und weint mit ihm. Was macht es da aus, dass die angeblichen Kindheitsfreunde Sanjay und Gracy mehr als 10 Jahre Altersunterschied haben? Sanjay hat einfach Power. Das kann ich von Gracy Singh nicht sagen. Der Lagaan-Star macht einen auf Preity Zinta und grinst sich durch den Film. Sie hat Charme, keine Frage, aber einige ihrer Dialoge wirken gekünstelt. Besonders wenn man sie mit der Leichtigkeit Dutts vergleicht. Die Nebendarsteller sind gut. Sanjays Vater Sunil Dutt, der nach einer 10-jährigen Pause auf die Leinwand zurückkehrt, ist stark und die Umarmung, die sein Sohn ihm am Schluss gibt, ist herzergreifend. Arshad Warsi als Kumpel ist köstlich und Boman Irani als böser Rektor eine Offenbarung. Sein hysterisches Lachen erinnert an Herbert Loms Spiel in den "Pink Panther"-Filmen. Last but not least Jimmy Shergill. Wer hätte gedacht, dass der Jüngling zu Tränen rühren könnte. Seine kleine Rolle ist mit ihm superb besetzt.
Fazit? Das kann ich kurz machen: Ein absolut sehenswerter Film mit viel Humor, Gefühl, Spannung und Musik. Und dazu noch Sanjay Dutt in seiner vielleicht besten Rolle.
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Beitrag #18 - erstellt: 02. September 2007
No Entry (2005)



Seitensprung verboten!
Mit Anil Kapoor, Salman Khan, Fardeen Khan, Bipasha Basu, Esha Deol und Lara Dutta
in Hindi (Songs untertitelt) und deutscher Synchronisation.
Vertrieb: EuroVideo

Story
Der Zeitungs-Chefredaktor Kishen (Anil Kapoor) ist verheiratet mit der schönen Kaajal (Lara Dutta). Obwohl er ihr immer treu war und ist, neigt Kaajal zu unbegründeter Eifersucht, die an Paranoia grenzt. Kishens Kumpel Prem (Salman Khan) hats besser: Er ist mit Pooja (Esha Deol) verheiratet, lässt sich aber dadurch nicht von Flirts abbringen - im Gegenteil: Er lügt so gut, dass er jeden Abend im Ausgang mit anderen Frauen herummachen kann und seine Frau überzeugt, er sei ein Göttergatte. Er empfiehlt Kishen, sich ebenfalls eine Geliebte zu nehmen und nimmt ihn darum in die Disco "No Entry" mit. Dort tanzt die verführerische Bobby (Bipasha Basu), der Prem 200'000 Rupien anbietet, falls sie den properen Kishen verführen kann. Der wehrt sie zwar ab, kann letztendlich aber nicht widerstehen. Just im unpassendsten Moment taucht Kaajal auf, weshalb Kishen Bobby als die Frau seines Kumpels, des Fotografen Sunny (Fardeen Khan) vorstellt. Der hat nun ein Problem, denn er wollte gerade Sanjana (Celina Jaitley) heiraten.
Review
"No Entry" ist der neuste Ulk der Marke "Ehemänner gehen fremd" und weist demnach so manche Parallele zum letztjährigen Hit Masti auf - aber besetzt mit den bekannteren Stars. Nichtsdestotrotz ist diese Produktion aus dem Hause von Boney Kapoor ein echter Ablacher, der sich folgerichtig in Indien zu einem der grössten Hits der Saison entwickelt hat.
Mir gefiel die erste Filmhälfte deutlich besser. Da ist enormer Schwung in den Ereignissen, die Dialoge sind pfiffig, die Einführung der Stars ist wunderbar und einige Szenen sind wahrhaftig zum Brüllen. In einer rennt ein Kind auf Anil zu und schreit "Daddy!" - seltsamerweise habe ich sowas vor ein paar Tagen auch erlebt, mich zu meiner Freundin gedreht und "ich weiss von nichts!" gestottert. Anil gehts etwa gleich, bloss dass Lara ihm nicht glaubt. Kurz darauf folgt Salmans Aussage "Es tut gut, ein paar heimliche Geliebte zu haben", worauf der immer noch zitternde Anil entgegnet "Ein paar? Ich hab noch nicht mal zwei und Kaajal wollte schon zweimal Selbstmord begehen!" Solche Dialoge sind garantierte Gröhl-Spritzen, vor allem in einem gut besetzten Kino.
Die Schauspieler gehen zum Glück richtig mit. Salman, durch Dhawan-Komödien auf diese Art Humor trainiert, hat zwar eine etwas kleine Rolle, meistert sie aber einwandfrei. Manche Songs, in denen er Shirt-frei vor einem Dutzend Girls tänzelt, sind geradezu selbstironisch. Anil Kapoor beweist ebenfalls komödiantisches Timing, etwas, was er viel zu selten tun darf. Und während Fardeen Khan zu Beginn nicht richtig den Zugang findet, wird auch er konstant witziger. Die Damen haben indes die weniger anspruchsvollen Rollen. Lara Dutta hat die grösste und ist vor allem in ihrer Paranoia amüsant. Bipasha Basu ist so schön wie schon lange nicht mehr und Esha Deol hinterlässt in ihrem Kurzauftritt (mehr ist es eigentlich nicht) keinen bleibenden Eindruck. Dasselbe gilt für Celina Jaitley, Fardeens Janasheen-Partnerin, die zwar ein paar sexy Tanznummern absolviert, aber nicht richtig komisch wirkt - sieht man von den Szenen auf dem "Suicide Cliff" ab.
In der zweiten Hälfte drosselt Bazmee das Tempo etwas. Die Szenen auf Mauritius sind zwar noch ein Gaudi, doch es schleichen sich Wiederholungen ein und die Auflösung ist sowieso gekünstelt und schwach. Ebenso enttäuschend wie der Schluss sind die Songs. "Just Love Me" und "No Entry" gefallen mir nach mehrfachem Hören zwar recht gut, doch es fehlt das gewisse Etwas, vor allem bei den restlichen Tracks.
(review gekürzt - alles hier nachlesen )

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Beitrag #19 - erstellt: 02. September 2007
Raghu More: Bachelor of Hearts (2003)


Herz sucht Liebe
Mit Ruhil, Shilpa Mehta und Sonika Kapoor
in Hindi mit deutschen Untertiteln sowie mit deutscher Synchronisation.
Vertrieb: MIG via EuroVideo

Story
Raghu More (Ruhil) ist ein netter Typ, aber schüchtern und unspektakulär. An seinem College wird er daher von den coolen Kids wie ein Aussätziger behandelt. Gleich ergeht es seinen zwei Freunden, Patel und Balakrishan alias "Blackie" (Shreyas Talpade). Besonders zu leiden hat das Trio unter den Bösartigkeiten des Schul-Machos Rocky. Ausgerechnet auf dessen Anhängsel Ramona (Sonika Kapoor) hat es Raghu in seinem jugendlichen Eifer jedoch abgesehen. Um die Schöne endlich verführen zu können, hofft er auf die Hilfe der schlauen Intel.
Review
Das Regiedebüt des Bambai Ka Babu-Autors Iqbal Raj ist billig in allen Belangen: Inhalt, Machart, Unterhaltungswert. Eine öde Teeniekomödie ohne treffsichere Pointen, geschweige denn einnehmender Inszenierung. Die Ereignisse plätschern vielmehr vor sich hin, das Ziel stets bekannt, jede Sequenz langweiliger als die vorherige. Die meist unbekannten Schauspieler kommen aber selbst mit den einfachsten Dialogen nicht klar und stammeln sich durch ihre lau abgefilmten Szenen.
Der Einzige, dem anzusehen ist, dass er etwas Talent hat, ist Shreyas Talpade. In der Tat war er ein ungeschliffener Diamant und holt immerhin etwas aus seiner schlecht geschriebenen Rolle heraus. Im Gegensatz zu seinen Co-Stars, die meist steingesichtig herumstehen, während andere etwas sagen, reagiert er aktiv, manchmal etwas übertrieben, auf die Ereignisse. Er schauspielert. Von den anderen kann man das nicht behaupten und darum ist es auch fair, dass Laienakteure wie Ruhil oder Sonika Kapoor folgerichtig in der Masse untergingen, während Shreyas Filme wie Iqbal und Dor drehte.
Neben Shreyas sind es bestenfalls noch ein paar der Songs (v.a. die ersten drei), die ein wenig Laune verbreiten und die latente Lethargie etwas aufweichen. Es ist jedoch zu wenig, um die 124 Minuten angenehmer zu gestalten. Stattdessen werden wir einmal mehr mit einem College konfrontiert, in dem Pepsi-Werbung hängt und Kids herumlungern, statt zu studieren. Vor diesem Hintergrund spult Iqbal Raj eine schmerzhaft unlustige und völlig vorhersehbare Aussenseitergeschichte ab, deren Moral zu sein scheint: "Mann, mach den Macho, dann hast du Erfolg" - immerhin ein wenig abgeschwächt durch den aufgesetzten Schluss. All das verpackt in übelste Bildsprache und Langsamst-Monatage. Bezeichnend deshalb, dass das Witzigste an diesem Machwerk der Eröffnungsmonolog von Anupam Kher ist. Nein, so einen Film braucht sich wahrlich kein Bollywood-Fan zuzumuten.

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Beitrag #20 - erstellt: 02. September 2007
Raja Hindustani (1996)


Taxi ins Glück
Mit Aamir Khan, Karishma Kapoor und Johnny Lever
in Hindi (nur Songs untertitelt) und deutscher Synchronisation.
Vertrieb: EuroVideo

Story
Aarti (Karishma Kapoor) ist eine reiche junge Frau aus Mumbai. Sie bittet ihren Vater (Suresh Oberoi) um einen Urlaub im ländlichen Palankhel, wo einst ihre verstorbene Mutter lebte. Auf dem Weg dorthin gerät sie an den verarmten, aber lebensfrohen Taxifahrer Raja Hindustani (Aamir Khan), der sich in sie verguckt. Bald werden sie ein Paar - doch Papa hat da noch ein Wörtchen mitzureden.
Review
"Raja Hindustani" war der dritterfolgreichste indische Film der 1990er-Jahre. Ich habe meine liebe Mühe, zu sehen, warum, denn der Film ist ziemlich schwach. Streckenweise sogar sehr schwach. Die 170 Minuten wollen und wollen einfach nicht vorübergehen. Die Regie von Dharmesh Darshan ist mittelmässig, die Darsteller höchstens routiniert und der Plot wie gehabt. Gegen Schluss wird das Ganze einfach nur albern und hysterisch. Dass Johnny Lever mitspielt, ist auch alles andere als hilfreich. Die einzigen Glanzpunkte sind die Songs: Der melodiöse "Pardesi Pardesi" sowie der liebliche "Aaye Ho Meri Zindagi" sind einfach fantastisch.
Damit zeichnet Regisseur Darshan gleich für zwei der schwächsten Aamir-Khan-Filme verantwortlich: Diesen hier und Mela. Da das Werk finanziell jedoch wie erwähnt ausgesprochen erfolgreich war, kletterte insbesondere Karishma Kapoor mit dem Film die Karriereleiter hoch. Auch der legendäre und ziemlich explizite Kuss mit Aamir und Karishma im Regen, der für einiges Medieninteresse gesorgt hat, war daran wohl nicht ganz unschuldig. Muss ich noch etwas Positives sagen? Aamir ist okay. Und eben, die Songs sind schön. Das wärs.

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Beitrag #21 - erstellt: 02. September 2007
Ram Jaane (1996)


Die Liebe seines Lebens
Mit Shahrukh Khan und Juhi Chawla
in Hindi mit deutschen Untertiteln sowie mit deutscher Synchronisation.
Vertrieb: MIG / EuroVideo
* ohne Pascal Breuer als Shahrukh Khan

Story
Ein Baby wird im Müll gefunden und von einem weisen alten Mann gross gezogen. Er nennt den Buben Ram Jaane: "weiss Gott". Als Kind (Bhavin Patwa) handelt der Kleine sich reichlich Ärger ein und landet im Heim. Von dort bricht er aus und arbeitet Jahre später als Erwachsener (Shahrukh Khan) für einen mächtigen Gangster. Ram Jaane gerät alsbald in die Hände des brutalen Inspektors Chunte (Puneet Issar) und kommt erst vier Jahre später wieder aus dem Gefängnis frei. Nun findet er bei seinem Jugendfreund Murli (Vivek Mushran) Unterschlupf, der ein Heim für Strassenkinder betreibt. Murli ist inzwischen mit der schönen Bela (Juhi Chawla) zusammen - der Frau, in die auch Ram Jaane verliebt ist. Also sucht er sich eine andere Beschäftigung und taucht wieder in die Welt der Kriminalität ein.
Review
"Ram Jaane" ist einer der mittelmässig erfolgreichen Filme von Shahrukh Khan und spielte rund 80 Millionen Rupien ein. Er entstand noch vor seinen Paukenschlägen als Star von romantischen Komödien wie DDLJ (500 Millionen) und Kuch Kuch Hota Hai (425 Millionen) - das heisst, wir sehen eher den harten Shahrukh aus Karan Arjun, Koyla und der Frühphase seine Karriere. Der Film, inspiriert von Michael Curtiz' Klassiker "Angels with Dirty Faces" (1938) mit James Cagney und Humphrey Bogart, erinnert deshalb eher an die "Angry Young Man"-Filme von Amitabh Bachchan aus den 70ern, als an jene Filme, mit denen wir Shahrukh heute assoziieren. Aber eben: Angry Young Man mit einem Touch Shahrukh. Will heissen, der Film hat Humor und einen gewissen spitzbübischen Charme.
Doch ist er auch gut? Ziemlich. Die überraschend harten Szenen (ein Cop tötet einen 14-Jährigen mit einem Kopfschuss, Shahrukh killt etliche Feinde mit Kopfschüssen), Shahrukhs überzeugendes Spiel sowie die attraktiven Songs sind gelungen. Immerhin noch akzeptabel die Co-Stars und spannend das Thema. Doch "Ram Jaane" hat auch einige Mängel. So wirkt Juhi Chawla massiv unterverwendet und bekommt zu wenig Szenen mit Shahrukh geboten, um die Beziehung wirklich glaubwürdig zu machen. Dann wirkt die Sozialkritik gegen Schluss (vor allem Shahrukhs Anklage an die Macht des Geldes vor Gericht) reichlich aufgesetzt. Von den Filmen, welche Shahrukh Mitte der 90er gemacht hat, ist "Ram Jaane" einer der schwächeren - doch, und das spricht für die Qualität von Shahrukhs Filmen, im Bollywood-Kontext immer noch ein überdurchschnittliches Werk.

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Beitrag #22 - erstellt: 02. September 2007
Shabd (2005)



Spiel mit der Liebe
Mit Aishwarya Rai, Sanjay Dutt und Zayed Khan
in Hindi (Songs untertitelt) und deutscher Synchronisation.
Vertrieb: EuroVideo

Story
Shaukat Vashisht (Sanjay Dutt) war einst ein gefeierter Autor und gewann den Booker-Preis. Doch seine neuen Bücher stürzten in der Gunst von Kritikern und Leserschaft ab. Ihm wird mangelnde Realitätsnähe vorgeworfen. Seit zwei Jahren hat er deshalb kein Buch mehr geschrieben. Umso erstaunter ist seine Frau Antara (Aishwarya Rai), als er einen neuen Roman ankündigt. Er sucht lange nach einem Thema und findet es: Das Leben der Tamanna. Um diese Kunstfigur in der Realität zu verankern, dient Antara als Vorlage. Seine schöne Frau ist Lektorin an der Universität und als der junge Fotografie-Dozent Yash (Zayed Khan) sie eines Tages anflirtet, hakt Shaukat ein. Sie solle doch das Leben geniessen, Freundschaften schliessen - und sich von Yash beflirten lassen. Antara ist verdutzt, gibt aber nach. Tatsächlich freundet sie sich mit Yash an - ohne ihm zu sagen, dass sie verheiratet ist. In ihm blüht deshalb schnell Liebe auf. Beide ahnen nicht, dass sie nur als Romanfiguren in Shaukats Werk dienen.
Review
"Shabd" wurde komplett falsch vermarktet als ein Liebesthriller, in dem Ash viel Haut zeigt. Dabei handelt es sich um ein interessantes Liebesdrama zwischen Kommerz- und Kunstkino. Einmal mehr beweist Aishwarya Rai damit, dass sie weit davon entfernt ist, die Box-Office-Königin Indiens zu sein, aber mit ihrem Mut für Neues das Bollywood-Kino weiter voranbringt, als es manche ihrer Kolleginnen tun. Trotz diesen Vorschusslorbeeren ist das Kino-Regiedebüt der TV-Regisseurin und Cutterin Leena Yadav nicht völlig geglückt. Es steckt viel Faszinierendes drin, ist blendend gefilmt und stark gespielt - doch dem Thema geht doch einmal die Luft aus und es herrscht Überlänge. Zudem ist der Spagat zwischen Massengeschmack und Intellektuellen-Kino anstrengend. Letztendlich ist der Film nämlich weniger tiefgründig, als man ihm zugestehen mag, aber trotzdem zu abstrakt, um als kompletter Entertainer durchzugehen.
Empfehlen würde ich ihn trotz den knappen 3 Sternen trotzdem allen Bollywood-Fans, die sich nach ein wenig Anspruch im kunterbunten Treiben sehnen. "Shabd" ist eigentlich komplett eigenständig. Die Geschichte wirkt frisch, die visuellen Ideen ansprechend. Die farbenfrohen Tanznummern bilden einen wunderbaren Kontrast zu den düsteren Bildern in Shaukats Kopf und den fast prophetische Regen, der immer grössere Teile der Geschichte einnimmt.
Neben dem Look stimmt auch das Schauspiel. Sanjay Dutt meistert seine anspruchsvolle Rolle überzeugend, nur in manchen der theatralischen Szenen geht er etwas over the top. Auch die Monologe, die er vor seiner Schreibmaschine mit sich selber hält (stellenweise à la Gollum) wirken gekünstelt und bremsen das Erzähltempo. Aishwarya Rai steht ihm kaum nach. Zudem ist sie bildschön. Auch ihre emotionalen Momente sind kraftvoll und hier wird deutlich, dass eine Frau hinter der Kamera auch interessante neue Nuancen in die Handlung einflicht. Etwas abfallen tut höchstens Zayed Khan. Klar soll er den jugendlichen Boy spielen, quasi den Gegenpol zum Denker Shaukat, doch er passt schwer ins Bild. Er spielt beinahe aufgesetzt fröhlich für einen so nachdenklichen Film. Er wird im Laufe des aber Films besser.
Und wo bleibt letztendlich die in den Trailern und Postern angekündigte Haut von Ash? Eben, eigentlich nirgens. Im ersten Song "Lo Shuru Abb" liebkost sie Sanjay Dutt auf extrem sinnliche Weise - inklusive kleiner post-orgiastischer Träne von Ash. Ihre Lippen kommen sich immer sehr nahe und die Kamera spielt neckisch mit der Idee, sie würden sich bald küssen. Eine schöne Szene, nichts von Schlüpfrigkeit darin zu entdecken. Später im Song "Sholon Si Sholon Si" tanzt Ash im Bikini unter halbdurchsichtigen Sari zwischen halbnackten Männern. Auch das tönt schlüpfriger, als es ist - denn die Farben sind verfremdet, der Schnitt schnell und die Sequenz kurz.
Für ein Regiedebüt ist "Shabd" jedenfalls ein beachtliches Werk.
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Beitrag #23 - erstellt: 02. September 2007
Socha Na Tha (2005)


Geliebter Freund
Mit Abhay Deol, Ayesha Takia, Apoorva Jha und Suresh Oberoi
in Hindi (Songs untertitelt) sowie mit deutscher Synchronisation.
Vertrieb: EuroVideo

Story
Seine reichen Eltern möchten Viren Oberoi (Abhay Deol) mit Aditi Malhotra (Ayesha Takia) verheiraten. Beim Kennenlernbesuch ziehen sich Viren und Aditi ins Zimmer zurück und erklären einander, dass sie nicht heiraten möchten. Den Eltern gefällt das gar nicht - die beiden Familien zerstreiten sich. Viren ist das letztendlich egal, denn er liebt Karen Fernandes (Apoorva Jha). Er wird schon genug Probleme haben, sie der Familie schmackhaft zu machen, denn sie ist Christin. Eines Tages trifft Viren zufällig auf Aditi und sie kommen ins Gespräch. Sie arrangieren einen Trip nach Goa, damit Viren Zeit hat, Karen dort einen Antrag zu machen. Doch in der Ferienlaune verbringen Viren und Aditi ihre Zeit miteinander. Als sie wieder zurückkommen, sind die Eltern ausser sich vor Wut. Um zu beweisen, dass Aditi nur eine Freundin ist, treibt Viren die Hochzeit mit Karen voran - und zu seinem Erstaunen ist sein Vater (Suresh Oberoi) einverstanden. Erst nun merkt Viren, dass er doch Aditi liebt ...
Review
"Socha Na Tha" ist der kleine Bruder von Hum Tum: Ein humorvoller Liebesfilm um zwei gute Freunde, die ihr Herz füreinander entdecken. Diesmal jedoch besetzt mit neuen Gesichtern. Der Star ist Abhay Deol, Cousin von Sunny Deol und Bobby Deol, sowie Neffe von Schauspieler und Produzent Dharmendra, der bereits die berühmteren Deol-Brüder in Bollywood lanciert hat. Abhays Frisur und Pfausbacken sind vielleicht nicht ideal und er spielt mancherorts etwas hölzern - aber er hat Charme. An seiner Seite tritt Ayesha Takia auf, die unschuldig schöne Darstellerin aus Dil Maange More!! und Taarzan, die hier abermals positiv auffällt. Die beiden Jungstars entwickeln zusammen eine lockere Chemie, absolut zwingend für eine jugendliche Romanze wie "Socha Na Tha".
Regiedebütant Imtiaz Ali reiht seinen Film in den schnell wachsenden Kanon an jungen, ans urbane Publikum gerichteten Romanzen ein, doch "Socha Na Tha" übertrumpft so manche davon mit seiner Leichtigkeit. Wenn die zweite Hälfte besser wäre, der Film wäre eine Empfehlung wert. Doch es gibt noch mehr, was eher schwach ausfällt. Die Songs, so zielgruppengerecht sie auch sein möchten, emfand ich ans ausgesprochen blass. Bis auf ein, zwei Ausnahmen erreicht kein Track auch nur annähernd Nachpreif-Qualitäten. Auch unter den Nebendarstellern gibt es ein paar schwarze Schafe, allen voran Apoorva Jha. Der Rest, vor allem Suresh Oberoi und Ayesha Jhulka überzeugen.
Technisch gibt es kaum etwas auszusetzen, beachtlich eigentlich für eine Regiedebütanten. Die Montage ist fliessend, die Kameraarbeit solide und der Ton überzeugend. Es gibt zu "Socha Na Tha" auch nicht so viel zu sagen - der Albtraum jedes Filmkritikers. Ich wollte ihn mögen und ich hasse ihn auch zweifellos nicht. Er ist vielmehr ein Zwischending mit sehr guten und vielen mittelmässigen Aspekten. Ein hübscher, schnell vergessener "time pass"-Film für Leute, die sich für das junge Bollywood-Kino interessieren. Ich schliesse mich da ein.
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Beitrag #24 - erstellt: 02. September 2007
Tum... Ho Na! (2005)


Die Gefühle der Liebenden
Mit Jackie Shroff und Riya Sen
in Hindi mit deutschen Untertiteln sowie mit deutscher Synchronisation.
Vertrieb: MIG via EuroVideo

Story
Jai Walia (Jackie Shroff) wurde vor sechs Monaten aus der Armee entlassen. Doch der ehemalige Major kämpft noch immer mit seiner Vergangenheit, kann die Bilder von Mord und Zerstörung nicht abschütteln. Sein ehemaliger Vorgesetzter Jojo lädt ihn darum nach Goa ein, wo Jai auf einem Boot vor der Küste entspannen soll. Während dieser Zeit rettet Jai die hübsche Reema (Riya Sen) vor dem schmierigen Boney. Er wollte sie als Prostituierte nach Dubai verkaufen. Die gerettete Reema fühlt sich zu Jai hingezogen, kann aber selbst seinetwegen den Drogen nicht abschwören. Jai hält zu ihr, arrangiert ein Entzugsprogramm für sie. Als er sie jedoch beim Diebstahl erwischt, bei dem sie einen Mann in Notwehr erschiesst, verlässt er Goa und flieht nach Mumbai. Dort verliebt er sich in Anjali (Nethra Raghuraman) und heiratet sie. Das Glück wird auf eine harte Probe gestellt, als Reema auftaucht und die Ehe zerbrechen will.
Review
"Tum... Ho Na!" war einer von mehreren Filmen, die die Produktionsfirma Sahara One nicht in die Kinos brachte und stattdessen als erstklassige Premieren am TV debütieren liess. Zu den anderen Filmen dieser Reihe gehören etwa Film Star, Hanan und Hum Jo Keh Na Paaye. In dieser Gruppe ist "Tum... Ho Na!" einer der besseren, bleibt aber noch immer ein schlaffer Film. Regisseur N.S. Raj Bharath inszeniert 127 Minuten gepflegte Langeweile und findet in Jackie Shroff den idealen Star - da auch er in jeder Szene denselben Gesichtsaufdruck aufsetzt und nicht viel involvierter in den Plot wirkt, als ein Glas Gin.
Zudem ist Shroff ein paar Jährchen zu alt. Mit bald 50 Jahren sollte er nicht gleich zwei der attraktivsten Jungdarstellerinnen Bollywoods mit seinem Schlafwagen-Charme um den Finger wickeln. Bei den Damen handelt es sich um Riya Sen (Silsiilay) und Supermodel Nethra Raghuraman (Bhopal Express), beide halb so alt wie Jackie. Über ihre Leinwandpräsenz dank betörender Schönheit kann man nicht gross diskutieren. Doch über ihr Aussehen hinaus zeigen sie nicht viel. Riya overactet etwas, Nethra ist (rollenbedingt) am überreagieren.
Am meisten leidet das Thrillerdrama letztendlich aber unter dem Plot. Hundert Mal gesehen, 99 Mal davon besser. Es hadert mit Logik und mit Überraschungen. Der Bösewicht gibt nicht viel her, die Hintergründe der Figuren ebenso wenig. Wieso überhaupt so lange eingeführt wird, dass Jai ein ehemaliger Soldat ist, steht in den Sternen, denn wenn der Plot mal richtig läuft, hat dies alle Wichtigkeit verloren.
Mit einer solch abgenudelten Geschichte, nicht wirklich inspirierten Akteuren, schwachen Songs, langweiliger Inszenierung und nur ein paar hübschen Bildern, die das ganze zu überdecken versuchen, kann "Tum... Ho Na!" nicht punkten. Im Kino wäre er sang- und klanglos durchgefallen, am TV dürfte er immerhin ein paar Millionen Zuschauer vor die Glotze gelotst haben. Wirklich zufrieden damit dürften weder Mr. Shroff noch die Filmemacher sein.
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Beitrag #25 - erstellt: 02. September 2007
Yeh Hai Jalwa (2002)


Liebe, Sehnsucht und Schmerz!
Mit Salman Khan, Amisha Patel, Rishi Kapoor und Anupam Kher
Bei amazon.de erhältlich in Hindi mit deutschen Untertiteln sowie mit deutscher Synchronisation. Vertrieb: MIG via EuroVideo

Story
Raju (Salman Khan) ist ein reicher, junger Mann, der ohne seine geliebte Mutter aufgewachsen ist: Sie starb vor mehr als zwanzig Jahren. Seinen Vater hat Raju nie gekannt, doch nun sieht er ein Bild von ihm am TV: Rajesh Mittal (Rishi Kapoor) wurde zum Topmanager von England gewählt. Also reist Raju nach London und wird von seinem Dad umgehend verstossen. Raju gibt Rajesh sieben Tage Zeit, um ihn anzuerkennen, sonst wird er dessen Vater Purushottam (Kader Khan) seine Familiengeschichte offenlegen und so ein familiäres Erdbeben bei den Mittals auslösen. Für die Zeit, die er Rajesh gewährt hat, wohnt Raju bei dessen Anwalt Robin (Anupam Kher) und verliebt sich dabei in Robins Tochter Sonia (Amisha Patel).
Review
Die Hit-Kombination von Regisseur David Dhawan und Star Salman Khan zündete diesmal nicht. Die sechste und bisher letzte (Stand: August 03) Zusammenarbeit der beiden ist nicht halb so witzig wie ihr Megahit Biwi No. 1 aus dem Jahr 1999. Dennoch ist der Film nicht ganz ohne Reiz. Dhawan versucht, von seinen Standard-Komödien etwas Abstand zu nehmen und sie mit einem Familiendrama zu paaren. Die letzte Viertelstunde ist denn auch sehr rührend, doch bis es soweit ist, schleppt sich der Film durch Standard-Situationen, Klischees und nicht enden wollende Songs, die nicht einmal wirklich gut sind. Das ist besonders enttäuschend, denn Dhawans Filme bürgen sonst stets für rassige Songs. In "Yeh Hai Jalwa" sind die nicht aufsehenerregend und die Stimmen der Sänger wurden irgendwie abgeschwächt, weshalb der Gesang ohne Power daherkommt.
Die Akteure sind okay, Salman hat Charme (und zieht ausnahmsweise sein Hemd nicht aus!), Anupam ist witzig. Doch wirklich super ist niemand. Und der Altersunterschied sowie der Mangel an Chemie zwischen Amisha Patel und Salman Khan schlägt auf den Gesamteindruck. Dieser bleibt nach 142 Minuten eher negativ. Zwar hat der Film seine Momente, doch Innovation, Frische oder Schenkelklopfer sollte man bei "Yeh Jai Jalwa" nicht erwarten.

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Produktempfehlungen


Beitrag #26 - erstellt: 02. September 2007
Zinda (2006)


Ein gestohlenes Leben
Mit Sanjay Dutt, John Abraham und Lara Dutta
in Hindi (Songs untertitelt) sowie deutscher Synchronisation.
Vertrieb: EuroVideo

Story
Balajeet Roy (Sanjay Dutt) ist ein indischer Softwareingenieur, der mit seiner Gattin Nisha (Celina Jaitley) in Bangkok lebt. Just in dem Moment, als Nisha ihrem Liebsten die Kunde von ihrer Schwangerschaft überbringen will, verschwindet Bala spurlos. Er wacht in einer kleinen, kargen Zelle auf. Niemand sagt ihm, warum er eingesperrt wurde. Er lebt von billigem Essen, hat keinen Kontakt zur Aussenwelt. Nur ein Fernseher unterhält ihn. Er erfährt bald, dass Nisha ermordet wurde und seine Fingerabdrücke am Tatort gefunden wurden. Er trainiert Martial-Arts für den Tag der Rache. Und dann, nach 14 Jahren, wacht er plötzlich in einem Koffer auf - frei. Auf der Suche nach seinem Peiniger heuert Bala die Taxifahrerin Jenny Singh (Lara Dutta) an, mit der er durch die Metropole reist. Langsam kommt er dem Mann auf die Spur, der hinter seiner Entführung zu stecken scheint: Rohit Chopra (John Abraham).
Review
Bevor uns Justin Lin bald sein Hollywood-Remake von Oldboy vorsetzt, schlagen die Inder zu: Remake-Boy Sanjay Gupta inszenierte, selbstverständlich ohne sich die Rechte zu sichern, seine "Version" des koreanischen Knüllers. Manche Sequenzen sind 1:1 kopiert, wie man es von Gupta gewohnt ist. Andere wurden für ein indisches Publikum modifiziert. Doch der grösste Unterschied: Dem Film fehlt eine Seele.
Doch "Zinda" ist nicht etwa übel. So gibt Produzent und Hauptdarsteller Sanjay Dutt trotz eines toten Tiers auf dem Kopf ein starkes Wrack ab. Jeglicher Vergleich mit seinem koreanischen Ebenbild Min-sik Choi hält Dutt nicht stand, doch sein Auftritt ist durchaus überzeugend. Nur mit den Martial-Arts-Kicks hat der 46-Jährige seine Probleme. Die passen sowieso nicht in den Film.
John Abraham taucht relativ spät auf, hinterlässt aber mit seinem suave Spiel einen soliden Eindruck. Im verbalen Duell mit Dutt arbeitet er auch gut eines der Kernthemen des Films heraus: Das ad absurdum Führen von Rache. Darum offeriert das Zusammentreffen der beiden Stars einige der besseren Momente des Films. Lara Dutta dagegen agiert belanglos, ausserdem hat Gupta ihre Rolle verändert und nutzlos gemacht. Sie wird für das Finale nicht mehr wichtig sein, anders als im Original. Hier trennen sich die Wege der beiden Filme, denn es war eigentlich klar, dass Gupta nie so weit gehen würde wie Park: Der Hammer ist da, die Zahn-Szene, ein abgehackter Arm, abgetrennte Köpfe, eine Sexszene (die übrigens zu zahm ausfiel, bedenkt man die 14 Jahre ohne Sex) und ekliges Essen - wenngleich hier keine lebenden Tintenfische verspeist werden. Aber beim Finale stösst selbst Guptas Mut an eine Grenze.
So ist das Ende zwar immer noch schockierend, aber es fehlt der Schlag ins Gesicht wie im Originals. Und das ist nicht das einzige: Durch die Abschwächung verliert die Katharsis an Wert, verkommt der Film zu einem weniger tief gehenden Rache-auf-Rache-Film. Einzig das Weglassen des Hypnose-Aspekts des Originals ist okay, da dies eine der kleinen Schwächen von Oldboy war. Um den Fehlgriffen gegen Schluss noch die Krone aufzusetzen, hört "Zinda" im falschen Moment auf. Nach der Balkon-Szene hätte schnell ausgeblendet werden müssen, doch Gupta erlaubt in den nächsten Passagen eine Verharmlosung, eine erneute und ziemlich plumpe Abschwächung.
Im Vergleich zu Oldboy ist "Zinda" also: Nicht so brutal. Nicht so düster. Nicht annähernd so bissig ironisch. Nicht so gut gespielt. Nicht so grandios gefilmt - die billigen Blaufilter sind kein Vergleich zu guter Bildsprache. Gupta scheint einfach das Negativ in blaue Farbe gefallen zu sein.
Für jeden, der das Original kennt, ist "Zinda" nur noch eine Waschlappen-Fassung, inszeniert von einem unbegabten Kopier-Assistenten.
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Beitrag #27 - erstellt: 15. Oktober 2007
Bajrang / Jai Chiranjeeva (2005)

The Killer
Telugu-Actionkomödie mit Chiranjeevi, Bhoomika Chawla, Sameera Reddy und Arbaaz Khan
erhältlich in deutscher Synchronisation.
Vertrieb: MIG via EuroVideo

Story
Um seinen Kunden die neuste Waffentechnik vorzuführen, erschiesst der skrupellose Waffenhändler Pasupati (Abraaz Khan) ein kleines Mädchen. Sein Handlanger Asghar (Rahul Dev) sorgt dafür, dass der Arzt die wahre Todesursache nicht herausgibt, deshalb glaubt der Onkel der Kleinen, der beherzte Satyanarayana Murthy (Chiranjeevi), er sei Schuld an ihrem Tod. Als Monate später herauskommt, dass seine Nichte erschossen wurde, schwört Satya Rache. Dazu reist er nach Hyderabad, wo er sich mit der hübschen Sailaja (Sameera Reddy) anfreundet und die Spur von Asghar aufnimmt. Doch sein wahrer Feind Pasupati  sitzt in Amerika. Um dahin zu kommen, soll ihm Neelima (Bhoomika Chawla) zu einer Green Card verhelfen.
Review
Aus Versehen habe ich mal wieder die gedubbte Version eines südindischen Films in die Hände bekommen, obwohl ich jeden Film lieber in Originalsprache sehe. Deshalb ist die Bewertung mit Vorsicht zu geniessen. Doch auch mit der Hindi-Fassung namens "Bajrang: He-Man" lassen sich die meisten Aspekte des Telugu-Superhits "Jai Chiranjeeva" besprechen, sieht man mal von Dialogen und den Songs ab. Letztere sind meist der Schwachpunkt der Hindi-Synchronisation, da zweit- bis drittklassige Sänger angestellt werden. Mancherorts hört man das sehr gut.Welche Sprache ihm aber auch immer in den Mund gelegt wird, der Star der Show bleibt charismatisch: Chiranjeevi ("Indra", "Shankar Dada MBBS"), Megastar des Kinos von Andhra Pradesh (Tollywood) und einer der bestbezahlten Stars Indiens. Ihm ist es zu verdanken, dass auch "Jai Chiranjeeva" zum Superhit avancierte, denn seine Anhängerschaft ist ihm treu und weiss, was sie von einem Chiranjeevi-Film zu erwarten hat: Action, Gags, Tanzspektakel und massig Unterhaltung. Das liefert auch dieses Vehikel, jedoch in nicht immer optimaler Verteilung.So ist der Auftakt ziemlich diabolisch und gelungen, wenn Bollywood-Star Arbaaz Khan rein zu Demonstrationszwecken ein kleines Mädchen mit einem Kopfschuss niederstreckt. Dadurch ist seine Boshaftigkeit schlagartig etabliert und die Story kam ganz nebenbei ins Rollen. Die darauf folgenden Szenen mit dem 50-jährigen Chiranjeevi am College sind etwas bemüht, ebenso das Anflirten von Bollywood-Starlet Sameera Reddy, deren Schauspiel-Defizite offensichtlich werden. Immerhin legt sie mit dem flinken Chiranjeevi eine flotte Sohle aufs Parkett. Doch die Frauen des Films gehören ganz allgemein zu seinen Negativposten. Nicht nur Sameera, auch die stets langweilige Schmollmund-Schauspielerin Bhoomika Chawla (Tere Naam), die nach ihrem Bollywood-Abstecher in die Heimat zurückkehrt. Letzter Bollywood-Import im Team ist übrigens Rahul Dev in typischer Schurken-Laune. Er und seine Co-Bösewichter geben im Verlauf des Films leider ab. Arbaaz beginnt sadistisch, später kommt nichts mehr Vergleichbares und das Finale ist plump. Das schwächt die Rachethematik ab, schliesslich will man mit Chiranjeevi epische Vergeltung üben. Auch die Romantik-Szenen in der letzten Stunde entziehen der Rache ihre Kraft. Und nicht zuletzt vergreift sich die Comedy manchmal im Ton. Die Szenen mit dem schwulen Gangstersohn Dhanush etwa, die in den heimischen Kinos anscheinend sehr gut ankamen, sind nicht gar so peinlich wie eine Bobby-Darling-Szene à la Bollywood, aber dennoch ziemlich mühsam. Solcher Nonsens schadet der Dramatik.Man kann solche Punkte bei einem Masala-Streifen dieser Art stets als kleinlich abtun, doch "Jai Chiranjeeva" hätte mit einem besseren Skript und zügiger Inszenierung um ein vielfaches besser sein können. Chiranjeevi ist nämlich ein Star mit Kraft und Charisma, die Action ist ausnahmsweise ziemlich frei von zu hippem Seil- und Computertrick-Einsatz (welcher viele südindische Produktionen heimsucht), sondern setzt auf gute alte Faust-Power. Meistens jedenfalls. Und damit hätte man durchaus etwas machen können. Doch Erfreuliches und Enttäuschendes halten sich in etwa die Wage, weshalb "Jai Chiranjeeva" in ein paar Jahren sicher noch immer als unterhaltsam eingestuft wird, aber kaum in den Bestenlisten von Chiranjeevis Schaffen auftauchen dürfte.
(gekürzte Review - alles hier nachlesen)

© Text Marco, molodezhnaja
www.molodezhnaja.ch

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Beitrag #28 - erstellt: 06. November 2009
ek Khiladi Ek Haseena



Produktinformation
Darsteller: Fardeen Khan, Koena Mitra, Kay Kay
Regisseur(e): Suparn Verma
Format: Dolby, PAL, Surround Sound
Sprache: Deutsch (Dolby Digital 5.1), Hindi (Dolby Digital 2.0)
Region: Region 2
Bildseitenformat: 16:9 - 1.77:1
FSK: Freigegeben ab 16 Jahren
Studio: Euro Video
Erscheinungstermin: 16. November 2006
Produktionsjahr: 2005
Spieldauer: 142 Minuten

Die Betrüger Arjun und Rohit erleichtern den Falschen um eine Menge Geld. Rohit wird getötet und Arjun schuldet Gangsterboss Sikander das erschwindelte Geld plus Zinsen. In wenigen Tagen soll er es besorgen. Die hübsche Psychologin Natasha hilft ihn und findet Gefallen an dem Ganoven. Als Arjun auch sie über den Tisch zieht, rächt sie sich. Arjun und seine Spießgesellen sollen den noch größeren Gangster Jehangir Khan betrügen, um 250 Mio. in 25 Tagen. Der Coup gelingt, aber anders als alle erwartet haben.

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