Logo
Info
Noch nicht angemeldet? Hier einloggen oder neu registrieren!
Websuche:   

Anmelden

Benutzername:
Passwort:
Angemeldet bleiben

Produktempfehlungen

Kalender

Januar 2018
Mo Di Mi Do Fr Sa So
1 2 3 4 5 6 7
8 9 10 11 12 13 14
15 16 17 18 19 20 21
22 23 24 25 26 27 28
29 30 31

Seite merken

Icon del.icio.us Icon Digg Icon Technorati Icon Furl Icon LinkArena Icon SeekXL.de Icon Yigg.de Icon Webnews.de




Forum - Thema: Indische Bibliothek

Thema: Indische Bibliothek
Autor Beitrag


Beitrag #1 - erstellt: 18. November 2011
Hallo!

Ich lese in letzter Zeit wieder sehr viel (TV kaputt) und hab mich auf Bücher spezialisiert, die in Indien spielen. Ich dachte, vielleicht interessiert euch das auch. Falls ihr auch Romane mit dem Thema Indien habt, postet sie hier, ich finde es nämlich schwierig neues Material zu finden, da ich nicht weiß, wonach ich suchen soll.

Ich fange mal an mit:

RAJ KAMAL JHA ~ DIE DURCHS FEUER GEHEN


Inhalt:

Mr. Jay wartet in einem Krankenhaus darauf, dass sein erstes Kind geboren wird. Während er wartet, zieht ihn Das Gesicht in seinen Bann und er gelangt an ein Foto, dass drei Gegenstände zeigt: ein verbranntes Buch, eine zerbrochene Uhr und ein blutiges Handtuch. Er ahnt nicht, welche Bedeutung diese Gegenstände für ihn noch haben werden.
Im Moment scheint nur eines wichtig: Sein Sohn, der seltsam missgeblidet ist. Trotzdem nimmt er ihn mit nach Hause. Ein geheimnisvoller Anruf zieht ihn immer tiefer in einen Strudel von Gewalt und Gegengewalt in der brennenden Stadt, von der er nichts sieht. Nur widerwilig begibt er sich auf die Reise, um das Geheimnis der drei Gegenstände auf dem Foto zu enträtseln.
Wo wird die Reise enden?

Rezension:

Hat mir das Buch gefallen?
Schwer zu sagen.
Ich fand es manchmal etwas zäh zu lesen, die Berschreibungen von Gewalt sind ebenso real wie schwer verdaulich. Es gab Stellen, da habe ich nur weitergelesen, weil ich endlich das Geheimnis erfahren wollte, das wirklich erst auf den letzten Seiten gelüftet wird. Im Nachhinein habe ich mir gedacht, dass eigentlich alles offensichtlich war, man muss nur wissen, wie man es lesen muss.
Auch hätte ich mir in einem Buch, in dem Fotos eine so große Rolle spielen, die Fotos groß genug gewünscht, um darauf jene Details erkennen zu können, in denen im Buch die Rede ist.
Gefallen hat mir die Art zu erzählen, die flüsternden Toten, die sich am Ende eines Kapitels zu Wort melden und ihre Geschichte erzählen, mal mehr, mal weniger deutlich.
Der Schluss war ebenfalls gut. Endlich mal ein Schluss, der zufriedenstellend und überraschend zu gleich war. Wie gesagt, man ahnt, das etwas nicht stimmt, manche Dinge sind einfach zu fantastisch, aber am Ende waren alle Lösungsversuche dennoch falsch.

Hintergrund:

2002 wird in Gujarat ein Zug überfallen, 59 Hindus starben. Es folgte eine Welle der Gewalt, bei der 2.000 Menschen, hauptsächlich Moslems, starben. Als Redakteur des "Indian Express" wurde RKJ an den Schauplatz des Gulbarga-Massakers geschickt, wo in einem Wohnbaukomplex 38 Menschen bei lebendigem Leib verbrannten.
Dieses Erlebnis hat ihn so sehr bewegt, dass er "Die durchs Feuer gehen" schrieb. Die Fotos, die in dem Roman verwendet werden, zeigen Originalschauplätze der Unruhen.

Fazit:

Ich habe schon oft von Unruhhen in Indien gehört, basierend auf unterschiedlichen Religionen. Ich habe auch schon Filme gesehen (zB Hey Ram), in denen diese Gewalt thematisiert wurde. Ich fand sie übertrieben brutal. Nachdem ich dieses Buch gelesen habe, dachte ich mir, vielleicht ist es tatsächlich so...
Wer Lust auf interessante Geschichten mit überraschenden Wendungen hat, der sollte hier zugreifen.

---
In Don he plays the unrepentant Machiavellian bad guy, whose charme kills you before he does ~ Mushtaq Shiekh
nach oben
Produktempfehlungen


Beitrag #2 - erstellt: 18. November 2011
VIKAS SWARUP ~ IMMER WIEDER GHANDI

Inhalt:

Ein Mord ist geschehen. Ein undurchsichtiger Industrieller, seines Zeichens Sohn eines Politikers, wird erschossen, als er seinen Freispruch für einen Mord feiert, den er eindeutig begonnen hat.
Es gibt 6 Verdächtige: Eine Schauspielerin, ein Stammesnagehöriger von einer kleinen Insel, ein ehemaliger Politiker, ein Amerikaner, ein junger Mann aus den Slums und der Vater des Ermordeten ~ jeder hat sein eigenes Motiv, jeder hat sich auf seine Art schuldig gemacht, jeder hatte eine Waffe ~ doch wer hat den tödlichen Schuss abgefeuert?

Rezension:

Mein Mann wollte mir ein Geschenk machen, ich lief in einen Buchladen und nach langem Suchen fiel mein Blick auf den Titel "Immer wieder Gandhi". Klang nach Indien, war Indien, wurde gekauft.
Zuhause stellte ich fest, dass es sich um das zweite Buch des Autors handelte, sein erstes war Q&A, die Vorlage zu Slumdog Milionaires. Damit hatte das Buch schon gewonnen und ich tauchte ein in das Leben der Verdächtigen.
Anders kann man es kaum beschreiben, denn von jedem der 6 möglichen Mördern erfahren wir, warum er den Ermordeten hasste, hassen musste, und warum er den tödlichen Schuss hätte abfeuern können. Der Mord wird erst auf den letzten Seiten aufgeklärt, und ich muss gestehen, zu keiner Zeit hätte ich auch nur ahnen können, wer denn nun geschossen hat, denn JEDER, wirklich JEDER hätte es sein können.

Fazit:

Wolltet ihr immer schon mal wissen, wie das mit der Bestechung in Indien funktioniert?
Lest dieses Buch!
Die Figuren sind gut durchdacht und originell. Ich wusste bis jetzt nicht, dass es in Indien Volksstämme mit afrikanischen Wurzeln gibt, hier werden sie eindrucksvoll beschrieben. Die Schauspielerin ist eine Diva, wie sie im Buche steht, zickig, von sich eingenommen und viel zu fein für die niedere Welt, die sie verehrt. Besonders interessant ist der Politiker, er bringt Gandhi ins Spiel, was mich zu dem einzigen Punkt bringt, der mich wirklich an dem Buch stört: Der Deutsche Titel!
Gandhi spielt zwar eine Rolle, aber meiner Meinung nach ist sie nicht groß genug, dass sie in den Titel gehörte. Der Originaltitel "6 Verdächtige" wäre passender, lässt sich in Deutschland aber wohl nicht gut genug verkaufen. Und ich muss gestehen, ohne GANDHI auf dem Titel, wäre mir das Buch wohl gar nicht aufgefallen...

---
In Don he plays the unrepentant Machiavellian bad guy, whose charme kills you before he does ~ Mushtaq Shiekh
nach oben


Beitrag #3 - erstellt: 18. November 2011
SHASHI THAROOR ~ BOLLYWOOD

Inhalt:

Der Sohn eines unbedeutenden Ministers will nach Bollywood und schafft es. Nicht zuletzt, weil sich der Produzent des ersten Filmes einen Gefallen von Daddy erhofft, ohne zu wissen, dass Daddy die Kariere seines Sohnes rundweg ablehnt. Die Kariere kommt in Schwung, begleitet von diversen Frauen, die für den Protagonisten mehr oder weniger interessant sind und aus verschiedenen Gründen geliebt oder benutzt werden.

Rezension:

Auf dem Buchdeckel steht: Was wir schon immer über Bollywood wissen wollten aber nie zu fragen wagten.
Mein Lieblingszitat (aus dem Kopf): Ich war erfolgreich genug, um in Filmen mitspielen zu können, die nicht nach dem Bösewicht benannt wurden.
So viel also zu Ra.One ^_~
Aber mal im ernst! Genau wie die beidne voangegangenen Bücher hat auch dieser Roman am Ende eine Wendung, die man nicht vermutet hätte.
Geschrieben ist es in drei Ebenen: 1. Der Filmstar erzählt seine Geschichte. 2. Die Menschen aus seiner Umgebung halten Monologe, in dem sie ihr Verhältnis zu ihm erklären. Was das soll, erfährt man aber erst später. 3. Die Filme. Das fand ich wirklich interessant! In absoluter Kurzform werden die Filme des Helden erzählt. So habt ihr Kino noch nie erlebt! Fast noch lustiger als das, was man erfährt, sind die Szenen, die aus der Inhaltsangabe herausgeschnitten wurden. Wenn man ehrlich ist, könnte man jeden Bollywoodfilm auf diese Weise kürzen, aber dann wäre es nur noch halb so spannend.
Ich hatte überhaupt das Gefühl, dass sich das Buch nicht wirklich ernst nimmt. Ich meine, ein Inder, der heute immer noch schreibt, dass in indischen Filmen immer nur um Bäume herumgetanzt wird? Ist das nicht längst passe? Wenn ich an Bäume denke, dann sehe ich einen jungen Rishi Kapoor oder einen ebenso jungen Big B, aber SRK, SAF oder Hrithik und Bäume und Büsche?
Nach einem Blick auf die erste Seite verstand ich das Problem: Das Buch wurde Ende der 90er geschrieben. Da waren die Büsche und Bäume noch nicht so lange her. Und auch die Filmbeschreibungen klingen vor dem Hintergrund plausibler. Ehrlich, ich glaube, ich würde keinen dieser Filme gucken! Aber lustig zu lesen sind sie alle mal!

Fazit:

Es bleibt die Frage: WAR das Bollywood oder IST das Bollywood? Haben die Stars von heute immer noch das Problem, sichere Verstecke für ihr Schwarzgeld zu finden? Wie viele Inder fliegen nach Dubai um von dort aus ihr Geld in die Schwiz zu schicken? Dreht man so gerne in der Schweiz, damit man sein Geld gefahrlos einzahlen kann?
Ich versuchte mir die Stars von heute als Hero in diesem Buch vorzustellen, und ich hoffe, dass dies nicht ihre Rolle ist.
Deswegen ist das Buch aber nicht weniger unterhaltsam zu lesen.

***********

Das nächsten Bücher sind vermutlich Salman Rushdi's Midnight Children und Q&A, das ich oben schon erwähnt habe. Wenn jemand die erwähnten Bücher kennt oder einen anderen indischen Romane vorstellen will.... BITTE ^-^

---
In Don he plays the unrepentant Machiavellian bad guy, whose charme kills you before he does ~ Mushtaq Shiekh
nach oben
Produktempfehlungen


Sie sind nicht eingeloggt
Bevor Sie sich aktiv an den Diskussionen in diesem Forum beteiligen können müssen Sie sich an unser System anmelden! Sollten Sie noch keine Login-Daten besitzen, können Sie jetzt ein neues Benutzerkonto erstellen!

 Neue Beiträge
 Keine neuen Beiträge

Nicht angemeldet?
Mit Benutzernamen und Passwort anmelden:

Angemeldet bleiben
Passwort vergessen? | Neues Benutzerkonto erstellen